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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

18.05.2013 bis 14.06.2013

Der Aufstand der Frauen in der arabischen Welt

 

Vier junge arabische Frauen gründen im Oktober 2011 die Facebook-Gruppe „Der Aufstand der Frauen in der arabischen Welt“. Sie rufen zu einem gemeinsamen Aufstand von Männern und Frauen gegen die Unterdrückung der Frau in der arabischen Welt auf. Die Organisatorinnen fordern die Leute dazu auf, ihre Fotos mit ihren Statements hochzuladen. Die Intifada der Araberinnen hat einen großen Erfolg. Nach nur einem Monat haben sie 60.000 Fans und viele Unterstützerfotos. Welche Bedeutung hat diese Kampagne? Wie ist die Reaktion aus der arabischen Gesellschaft? Was kann eine revolutionäre Veränderung zur Verbesserung der Situation von Frauen beitragen? Warum unterstützen wir den Aufstand der Frauen?

Die von Yalla Arabi, Verein zur Förderung arabischer Kultur und Sprache, organisierte Ausstellung des virtuellen Aufstands der Frauen in der arabischen Welt zeigt einige der heute über 1000 Bilder, die es mit Hilfe einer Initiative auf Facebook schafften, eine neue Diskussion zum Thema Frauenrechte in der Öffentlichkeit vieler arabischer Länder zu entfachen.

Im Rahmen der Vernissage (am Samstag, 18. Mai um 19:00 Uhr) wird eine Podiumsdiskussion zum Thema Frauenrechte und Frauenaufstand in der arabischen Welt stattfinden.

Downloads zum Artikel

uprising_flyer.pdf460 K


ReferentInnen

Diala Haider
Mitgründerin der Facebook-Initiative, Libanon

Monika Renner
Stadträtin, Mitglied der Gleichstellungskommission der Landeshauptstadt München

Veranstaltungsort
München, Räume der Initiativgruppe e.V., Karlsstraße 50


Kosten
Ausstellung: Eintritt frei / Vernissage: 5,-/erm. 3,- Euro


Partner

Yalla Arabi

Frauenakademie München e.V.

BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung

Das Projekt wird gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München.


Art der Veranstaltung
Ausstellung und Vernissage



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16.05.2013

Von Mali nach Marokko und dann...

Die Situation von Flüchtlingen an Europas Grenzen

In seinem Vortrag berichtete unser Referent aus Mail, der in Marokko lebt und für das Komitee für solidarische internationale Unterstützung arbeitet, über die Situation von malischen Flüchtlingen in Marokko. Herr Poudiougo bezifferte die Gesamtzahl der Flüchtlinge, Asylanten und Migranten auf 10.000 bis 15.000 Personen. Den Status als Flüchtling bekommt der Asylant durch die Anerkennung durch den Hohen Flüchtlingskommissar in Marokko.

Für die meisten Flüchtlinge ist Marokko das Transitland auf dem Weg nach Europa, für manche auch das Zielland. Der Aufenthalt kann bis zu 10 oder 12 Jahre dauern, da sie immer wieder nach Algerien oder in ihr Heimatland abgeschoben werden. Marokko kennt diese Menschen trotz ihrer Anerkennung durch das Hohe Flüchtlingskommissariat nicht als Flüchtlinge an und verweigert ihnen die Asyl- und Menschenrechte. Ein Hauptgrund dafür liegt in der Außenpolitik der Europäischen Union. Die EU hat Abkommen mit Marokko, um ihre Außengrenzen vor Flüchtlingen zu schützen und sichert im Gegenzug wirtschaftliche Vorteile für das arme Land zu.

Herr Poudiougo sprach über die politischen und wirtschaftlichen Fluchtgründe und ausführlicher über die sozialen und wirtschaftlichen Lebensbedingungen der Migranten, über ihre Wohnsituation und den sehr schwierigen Zugang zum Arbeitsmarkt. Auf Nachfrage in der anschließenden Diskussion ging er auf die Situation der Kinder und Jugendlichen ein. Sie können nicht registriert werden und haben deshalb nur schwer Zugang zu medizinischer Versorgung und zum Bildungssystem außer die einzelnen Gemeinden oder Schulen nehmen sie auf. Er unterschied weiterhin die Situation der Migranten im östlichen Landesteil an der Grenze zu Algerien, wo die Menschen in selbstgebauten Zelten in der Natur ohne fließendes Wasser oder Strom wohnen oder in den großen Städten, in denen sie in Wohnungen leben können, aber den Zwang zur Zahlung von Miete haben.

Der zweite Teil des Abends befasste sich mit der politischen Situation in Mali. Die Teilnehmer wurden informiert über die Geschichte Malis seit der Entkolonialisierung, über die Unabhängigkeit, die Zeit der 23jährigen Diktatur, die Revolte gegen die Diktatur und den letzten Militärstaatsstreich. Umfassend wurde geschildert, wie islamistische Dschihadisten Teile des Landes besetzten, wie sie bestehende Probleme des Landes, z. B. die Situation der Tuareg für ihre Zwecke nutzten und eine Spaltung der Gesellschaft herbeigeführt wurde. Die Rolle Frankreichs Anfang 2013 wurde dargestellt, die Freude der malischen Bevölkerung über die Unterstützung aus Europa für ihre staatliche Integrität und die Enttäuschung über die französische Zusammenarbeit mit feindlichen Kräften.

 

Veranstaltungsort
München


Partner

Bayerischer Flüchtlingsrat

Münchner Flüchtlingsrat

borderline-europe

Save Me München

AI München – AK Asyl

Interkulturelles Forum e.V.


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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22.04.2013 - 19:30

Syrien aktuell: Frauen zwischen Aufbruch und Unterwerfung

 

Zunächst beleuchtete Alan Hassaf, der bis Dezember 2012 der Pressesprecher der „Union der Freien Syrischen Studierenden“ (UFSS) war, die Hintergründe und die Geschichte der Widerstandsbewegung in Syrien. Darüber hinaus gab er einen Überblick über die unterschiedlichen Säulen der Bewegung und die Aufgaben des Lokalkomitees. Abschließend ging er auf die verheerenden Folgen des Krieges für die Bevölkerung ein: neben über 70 000 Toten und 135 000 verwundeten sprach er von mehr als 3,6 Millionen Vertriebenen.

Im zweiten Teil beleuchtete Hervon Ose, die bereits seit 2004 politisch aktiv ist und seit 2012 in München lebt, die Rolle und Situation der Frauen in Syrien.  Diese übernehmen mittlerweile auch viele für die Revolution wichtige Aufgaben, etwa als Krankenschwestern, durch die Organisation von Demonstrationen oder Medienarbeit. Einige schlössen sich gar den bewaffneten Gruppen bzw. der Armee an, sei es aufgrund der aussichtslos erscheinenden Situation oder aus Zwang. Die Mehrheit setzte sich aber nach wie vor friedlich für eine Veränderung ein, etwa durch Demonstrationen.

Ose ging auch auf den UN-Report ein, der die sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen thematisiert. Unter anderem prangert dieser die hohe Zahl von Vergewaltigungen, insbesondere in den Gefängnissen der Geheimdienste an.                       
Abschließend warb sie noch für das Syrische Frauen Netzwerk, das Ende Mai in Kairo gegründet wird. In der regen Abschlussdiskussion machte sie zudem darauf aufmerksam, dass in Anbetracht der zahlreichen wichtigen Aufgaben der Frauen in vielen Gremien eine neue Syrische Verfassung vonnöten ist. Denn in der aktuellen steht unter anderem: „der Präsident ist ein Mann“.


Von links nach rechts: Hervin Ose, Alan Hassaf und Martin Bauhof von Adopt a Revolution

Die informative Präsentation stellen wir als PDF-Datei zum Herunterladen zur Verfügung.

 

Downloads zum Artikel

Jawad_Syrien.pdf5.0 M


ReferentInnen

Hervin Ose ist Aktvistin und bereits seit 2004 politisch aktiv. Sie nahm u.a. an der ersten Demonstration des Aufstandes am 15. März 2011 vor dem Innenministerium teil und engagierte sich bis zu ihrer Flucht aus Syrien im April 2012 im Großraum Damaskus.

Alan Hassaf ist Aktivist aus Qamishli und einer der Gründer der „Union der Freien Syrischen Studierenden“ (UFSS). Die Studierendenbewegung war maßgeblich daran beteiligt, die unbewaffneten Proteste in die großen Städte des Landes zu tragen. 

Veranstaltungsort
München, EineWeltHaus, Schwanthalerstr. 80 Rgb.


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Heinrich-Böll-Stiftung

Adopt a Revolution


Art der Veranstaltung
Diskussion



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09.04.2013 - 19:30

Die Erfahrung der Anderen

Konfliktstoff im palästinensisch-israelischen Dialog

Im Konflikt zwischen jüdischen Israelis und Palästinensern stehen sich nicht nur unterschiedliche, sondern widerstreitende Erinnerungsgemeinschaften gegenüber.

Beide Gemeinschaften sehen sich als Opfer der anderen.

Den als symmetrisch empfundenen Leidensgeschichten steht in Israel und in den besetzten Gebieten eine asymmetrische Machtsituation gegenüber, in der jene Instanzen Macht und Privilegien genießen, die das jüdisch-israelische Narrativ vertreten.

Wie wirkt sich das im Dialog zwischen jüdischen Israelis und Palästinensern aus?

ReferentInnen

Dr. Shelley Berlowitz
Historikerin, Zürich, Autorin von Die Erfahrung der Anderen. Konfliktstoff im palästinensisch-israelischen Dialog, Konstanz University Press 2012

Moderation:
Dr. Reiner Bernstein
Historiker, München

Veranstaltungsort
München, Evangelische Stadtakademie, Herzog-Wilhelm-Str. 24


Kosten
8,- / erm. 7,- Euro


Partner

Jüdisch-palästinensische Dialoggruppe München

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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22.03.2013 bis 24.03.2013

Gewaltfrei im Schatten von Gewalt

Tagung des Bundes für Soziale Verteidigung

Die Tagung befasste sich anhand von drei sehr unterschiedlichen Ländern (Weißrussland, Syrien und Ägypten) mit der Frage, wie AktivistInnen im Schatten von Gewalt und Repression arbeiten, welche Strategien sie entwickelt haben, wie sie mit der eigenen Gefährdung umgehen und welche Rolle internationale PartnerInnen in Unterstützung und Schutz spielen können. Die Veranstaltung wandte sich an verschiedene Gruppen und deren Mitglieder: Organisationen und Vereine, die sich mit den Themen der Menschenrechte, Friedenssicherung und Konfliktbearbeitung (lokale Bürgerinitiativen, NROs und Kirchengemeinden) beschäftigen, sollten ebenso angesprochen werden wie PolitikerInnen auf lokaler und Bundesebene. Die Tagung war in erster Linie interessant für Menschen, die sich selbst aktiv in der Zivilgesellschaft betätigen, sei es, dass sie unter Repression leidende AktivistInnen anderenorts durch Solidaritätsarbeit begleiten, sei es, dass sie als Bürgerrechts- und oder FriedensaktivistInnen selbst unmittelbar mit den angeschnittenen Themen und Herausforderungen zu tun haben.

Die ReferentInnen und Referenten der Tagung stellten auf eindruckvolle Weise dar, welchen Formen der Repression sie sich ausgesetzt sehen. Sie alle beleuchteten durchgängig, wie diese Repression eingebunden ist in die internationalen Strukturen, d.h. inwieweit andere Akteure, besonders Akteure des globalen Nordens oder mächtige Nachbarländer, eine (kausale oder zumindest fördernde) Rolle bei der Repression spielen.

Immer wieder spielte auch das Thema "Gender" eine Rolle, etwa wenn im Falle von Belarus davon berichtet wurde, dass es dort ein neues Gesetz gibt, demzufolge Frauen bestimmte Berufe nicht ausüben dürfen, wogegen von zivilgesellschaftlicher Seite eine große Kampagne läuft. "Unser Haus" macht darüber hinaus gezielte Arbeit zu Gewalt, die von Seite der Polizei gegen Frauen ausgeübt wird. Im Falle Syriens beschrieb der Referent Aziz Ramadan, wie gerade mit zunehmender gewaltsamer Repression von Seiten des Staates die Rolle der Frauen im zivilen Widerstand immer zentraler wurde. (Während diejenigen, die sich dem bewaffneten angeschlossen haben, weitgehend Männer sind.) So sind und waren es oftmals Frauen, die solche zivilen Aktionen planten und durchführten, weil sie von den Sicherheitsorganen seltener verdächtigt und kontrolliert wurden.

Ein anderer Punkt war die auf dem abschließenden Podium aufgerissene Frage, welche Rolle internationale Unterstützung (von staatlicher wie zivilgesellschaftlicher Seite) bei dem Schutz vor und Widerstand gegen Repression spielen. Hier wurde deutlich, dass es vielfältige positive Formen der Unterstützung gibt, aber solche Unterstützung sorgfältig unter dem Aspekt der Frage geprüft werden muss, ob sie nicht den zu Unterstützenden auch schaden kann - zum Beispiel, wenn sie dadurch im Inland als "Verräter" gebrandmarkt werden, oder wenn staatlicherseits (wie in Russland) Sanktionen für ausländische Unterstützung drohen.

Aziz Ramadan und André Find mit  Übersetzerin Christine Schweitzer

In dem Feedback zur Tagung wurden immer wieder zwei Punkte betont: Erstens der tiefe Eindruck, den die Phantasie, der Mut und die Konsequenz der AktivistInnen in ihrer Arbeit für Demokratie und Menschenrechte unter Bedingungen der Repression gemacht hat. Viele drückten aus, dass sie einen besseren Eindruck davon bekamen, was gewaltfreier Widerstand und Arbeit für Bürgerrechte unter solchen Umständen bedeutet. Und zum zweiten wurde mehrfach davon gesprochen, dass sie selbst neue Ideen und Motivation bekommen hatten in Bezug darauf, was sie selbst tun könnten, um solche Arbeit zu unterstützen. Greifbares Resultat war die Gründung einer neuen Arbeitsgruppe zum Thema "Syrien", die sich dann am 24. April das erste Mal in Hannover getroffen hat.


Die Irak-Theatergruppe unter Leitung  von Ali Kareem führt ihre Ergebnisse auf.

Eine Dokumentation der Tagung mit Vorträgen und Aufsätzen ist in Vorbereitung und wird voraussichtlich im Sommer erscheinen. 

Empfohlene Weblinks

www.soziale-verteidigung.de

Veranstaltungsort
Würzburg


Partner

Bund für Soziale Verteidigung (BSV)


Art der Veranstaltung
Tagung



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03.02.2013 - 15:00

Die Münchner Sicherheitskonferenz 2013: Neustart nach Fehlstarts?

Wird 2013 ein Jahr der Entscheidungen?

Unmittelbar nach Ende der 49. Münchner Sicherheitskonferenz versuchten wir eine erste Bewertung des diesjährigen Treffens mit einigen der Teilnehmenden.

Einige Impressionen von unserer wie immer bestens besuchten Veranstaltung vermitteln die folgenden Bilder.

Zahlreiche Zuhörer/innen im vollen Saal im Künstlerhaus am Lenbachplatz.

Auf dem Podium von links nach rechts: Moderator Gregor Enste von der Heinrich-Böll-Stiftung, Dr. Silke Tempel, Omid Nouripour, MdB, Dr. Jackson Janes, Reymer Klüver.

Omid Nouripour und Jackson Janes

Gregor Enste und Silke Tempel

Wer die Podiumsdiskussion verpasst hat, kann sie auf unserem Soundcloud-Account "in aller Ruhe" nachhören. Dort sind auch die Beiträge aus dem Publikum und die Antworten der Podiumsteilnehmer/innen zu hören.
 

ReferentInnen

Omid Nouripour
MdB, Fraktion B90 / Die Grünen, Sprecher für Sicherheitspolitik  

Dr. Sylke Tempel
Chefredakteurin, Internationale Politik, Berlin  

Dr. Jackson Janes
Executive Director, "American Institute for Contemporary German Studies" an der Johns Hopkins Universität in Washington, D.C.

Reymer Klüver
Außenpolitischer Redakteur, Süddeutsche Zeitung  


Moderation:

Gregor Enste
Referent Außen- und Sicherheitspolitik der Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin

Veranstaltungsort
München


Partner

Heinrich-Böll-Stiftung


Art der Veranstaltung
Podiumsdiskussion



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19.01.2013

Interesse Macht Rüstung - Waffenexporte in Konfliktregionen

Friedenspolitische Tagung aus Anlass der Münchner Sicherheitskonferenz

Die gewaltvollen Entwicklungen im Nahen Osten führen uns vor Augen, wie folgenreich  das Geflecht von Machtinteressen und Waffenlieferungen in Konfliktregionen ist. Einseitige geostrategische Interessen sind ganz offensichtlich wirkmächtiger als umfassende Friedensbemühungen.

Die Rüstungsindustrie - und mit ihr die Staaten, in denen sie eine wichtige ökonomische Rolle spielt - hat ein dezidiertes Interesse an Waffenexporten und trägt somit zumindest indirekt zu vielen bewaffneten Konflikten, aber auch zur Unterdrückung von Opposition bei.

  • Welche Regelungen nationalen und internationalen Rechts gibt es derzeit?
  • Wie wirksam sind sie und reichen sie aus?
  • In welcher Verantwortung stehen die deutsche und die europäische Politik heute?

Den Vortrag "Die deutsche Rüstungsexportpolitik im Spiegel eines globalen Vertrages zur Kontrolle des konventionellen Waffenhandels" können sie im Volltext hier als PDF-Datei herunterladen.

Die abschließende Podiumsdiskussion können Sie in voller Länge auf unserem Soundcloud-Account nachhören.

ReferentInnen

Dr. Simone Wisotzki von der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung sprach einleitend über Rüstungstransfers, deren Regulierungen und die dabei auftretenden "Tücken".

Prof. Dr. Carlo Masala (Professur für Internationale Politik an der Universität der Bundeswehr München, im Bild links) und Otfried Nassauer (Leiter des Berliner Informationszentrums für Transatlantische Sicherheit, im Bild rechts) diskutierten zum Abschluss der Tagung über die politische Verantwortung in Bezug auf Rüstungsexporte. Die Diskussion wurde von Prof. Dr. Bernhard Zangl (Lehrstuhl für Global Governance am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft an der LMU München, im Bild in der Mitte) moderiert. 

Fotos: Martin Pilgram

  

Veranstaltungsort
München


Partner

Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik

Evangelische Stadtakademie München

Professoren der Universitäten München und Augsburg und der Bundeswehruniversität München

Regionalforum ZDD Bayern

Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit

Frauensicherheitsrat


Art der Veranstaltung
Tagung



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17.10.2012

Globaler Wettlauf um Ackerland!

Land Grabbing als neue Form des Kolonialismus

Im Rahmen des Münchner Klimaherbst 2012 – Zukunft auf dem Tisch

Agrarkonzerne, Anlagefonds und staatliche Akteure aus Industrie- und Schwellenländern sichern sich heute mittels langfristiger Pacht- oder Kaufverträge große Agrarflächen in Entwicklungsländern, um dort Nahrungs- und Futtermittel, aber auch Energiepflanzen für den Export anzubauen. Sie entziehen das Land damit Kleinbauern und Nomaden, aber auch der lokalen  Nahrungsmittelversorgung. 

Die Referentin, Antje Schneeweiß, fokussierte ihre Ausführungen zum Thema auf die Frage: Wer sind die Handelnden? Welches sind die Handlungsebenen, um Veränderungen zu bewirken?

Dem globalen Handel von Ackerflächen liegen zwei Motivationen zugrunde: Länder, die wenig Ackerflächen haben (z.B. arabische Staaten), treibt die Sorge um die Ernährungssicherheit ihrer Bevölkerung. Zum anderen geht es schlicht um sichere Geldanlagen vor dem Hintergrund der Finanzkrisen seit 2008. Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass die wachsenden Kapitalmengen, die auf der Suche nach sicheren Anlagen auf den Agrarmarkt kommen, die Preise von Agrarland und von Nahrungsmitteln steigern – zulasten der wenig kaufkräftigen Verbraucher/innen.

Die meisten Länder, so Schneeweiß, sind sowohl Zielländer (in denen Ackerland gekauft wird) als auch Investorenländer. Ausschließlich sind Zielländer sind vor allem die afrikanische Staaten mit brüchigen Regierungen (failing states). Auf dem von externer Seite gekauften Land werden oft, aber nicht ausschließlich Agrotreibstoffe angebaut. 

Vom auswärtigen Landkauf ist die nicht-vermögende einheimische Bevölkerung in mehrfacher Weise betroffen: Die Nahrungsmittel werden teurer, d.h. die Hungerproblematik verschärft sich. Oft gehen die Landkäufe mit Menschenrechtsverletzungen einher, weil die traditionellen Landnutzer keine juristisch einklagbaren Landtitel besitzen. Das Wasser wird knapper, die Böden ausgelaugt. Oft betreiben die auswärtigen Landbesitzer intensive Landwirtschaft mit der Folge, dass Pestizide in die Flüsse geschwemmt werden und dadurch auch Menschen betroffen sind, die flussabwärts weit weg vom (v)erkauften Land leben.

Bei allen negativen Auswirkungen des Landgrabbing: Es bleibt wahr, dass die Landwirtschaft in den Ländern des Süden Investitionen braucht. Von daher liegt die Lösung nicht in einem strikten Verbot von externem Landkauf. Vielmehr sind „richtige“ Investitionsstrategien zu entwickeln und durchzusetzen.

Mittlerweile gibt es drei Kodizes für „richtiges“ Investieren in Landwirtschaft: Der Kodex der Weltbank ist wertlos, weil er den Menschenrechtsaspekt außer acht lässt. Besser ist der Kodex der FAO, da er menschenrechtliche Standards benennt. Wegweisend ist der Kodex des UN-Welternährungsausschusses, da er auch Mechanismen zum Schutz der Menschenrechte aufbaut (eine Stelle, an die sich die betroffene Bevölkerung wenden kann).

Von Interesse sind verschiedene Modelle einer für beide Seiten erfolgreiche Beteiligung an den Erträgen. Es gibt verschiedene Modelle von Vertragslandwirtschaft, wobei sich die Frage stellt: Wer trägt das Risiko? Mittlerweile gibt es auch gute Modelle von Joint Ventures. Entwicklungspolitisch am sinnvollsten und am meisten gerechtigkeitsorientiert sind Bauernkooperativen und fairer Handel.

 

 

Empfohlene Weblinks

www.suedwind-institut.de/de/home/

ReferentInnen

Antje Schneeweiß
Südwind-Institut für Ökonomie und Ökumene

Veranstaltungsort
München


Partner

Evangelischen Stadtakademie München

Arbeitsgemeinschaft Friedenspädagogik

Münchner Klimaherbst

Ringvorlesung Umwelt an der TUM 



Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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01.10.2012 - 20:00

Der neue Obama: Was von der zweiten Amtszeit zu erwarten ist

 

Mit Spannung blicken Amerika und die Welt der Entscheidung im Herbst 2012 entgegen. Barack Obama hatte die Präsidentenwahl eigentlich schon verloren. Eine klare Mehrheit der Bürger ist unzufrieden mit der Wirtschaftslage und der hohen Arbeitslosigkeit. Aber nun kämpft Obama und eröffnet sich plötzlich doch eine Chance auf eine zweite Amtszeit. 

Die ersten vier Jahre im Weißen Haus haben Obama und seine Politik verändert. Er hat erfahren, wie schwer es ist, den versprochenen Wandel gegen den Widerstand der Republikaner durchzusetzen. Vieles ist gelungen: die Gesundheitsreform, die Finanzmarktreform, ein neuer Umgang mit Homosexuellen, die atomare Abrüstung und manches mehr. Aber Guantanamo ist nicht geschlossen, der Frieden im Nahen Osten nicht näher gerückt. Energiewende und Einwanderungsreform sind im ersten Anlauf gescheitert.

Genau diese Erfahrungen, so Christoph von Marschall, könnten ihm zum Sieg verhelfen und seine zweite Amtszeit prägen. 2012 tritt Obama nicht mehr als Messias an, sondern als kühler Mechaniker der Macht. Sein Kampfgeist und sein Gespür für die Wechselwähler werden diesmal den Ausschlag geben.

Für alle die nicht dabei waren, haben wir dem Referenten nach der Veranstaltung noch drei Fragen gestellt. Die Antworten können sie auf unserem Soundcloud-Account hören.

 

Empfohlene Weblinks

soundcloud.com/petra-kelly-stiftung/interview-christoph-von

ReferentInnen

Dr. Christoph von Marschall
Historiker, Träger des Deutsch- Amerikanischen Kommentarpreises und des Deutsch-Polnischen Journalistenpreises. Seit 2005 berichtet er als Korrespondent für den Berliner Tagesspiegel aus den USA. Erste persönliche Kontakte zu Barack Obama knüpfte von Marschall bereits Anfang 2007, im selben Jahr publizierte er die erste deutschsprachige Biografie zu Barack Obama, die ein Bestseller wurde und in mehrere Sprachen übersetzt worden ist

Veranstaltungsort
München, Amerikahaus, Karolinenplatz 3


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Bayerisch-Amerikanisches Zentrum im Amerika Haus München e.V.


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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24.08.2012 bis 01.09.2012

Galizien – Krakau, Lemberg und Czernowitz

Bildungsreise, 24. August bis 1. September 2012

Galizien liegt in weltverlorener Einsamkeit und ist dennoch nicht isoliert … es hat mehr Kultur als seine mangelhafte Kanalisation vermuten lässt; viel Unordnung und noch mehr Seltsamkeit“, so schrieb Josef Roth im Jahr 1924 über seine Heimatregion. Paul Celan spricht später im Zusammenhang mit der Bukowina, deren Hauptstadt Czernowitz ist, von dem „Land, in dem Menschen und Bücher lebten“.

Mit unserer Bildungsreise erkundeten wir die Heimat dieser und vieler anderer bedeutender Schriftsteller. Wir begegneten einer Region, die wie kaum eine zweite bis heute von den Wirren der europäischen Geschichte geprägt ist. Gleichzeitig liegt Galizien unmittelbar vor den Toren der Europäischen Union und steht vor dem Aufbruch in die Zukunft. Spätestens seit der Orangen Revolution in der Ukraine blickt die Öffentlichkeit mit erhöhter Aufmerksamkeit auf diese Region. 

Unsere Bildungsreise nach Galizien führte uns von Lemberg nach  Czernowitz und Kosiw mit Abstechern in Zabolotiv und Kolomea und über Werchowyna wieder nach Lemberg zurück. Außerdem statteten wir Krakau einen Besuch ab. 

Auf der Lesereise standen die Geschichte, Literatur, das jüdische Leben ebenso wie die heutigen gesellschaftlichen und politischen Lebensbedingungen in einem Landstrich in unmittelbarer Nähe zur EU-Außengrenze im Mittelpunkt. Die Reise wurde konzipiert und begleitet von dem Journalisten und Autor Uwe von Seltmann.

Einige Impressionen von unserer Reise können Sie sich unter folgendem Link anschauen:
Bitte klicken Sie hier!

Der folgende Überblick über die einzelnen Reisestationen gibt einen kleinen Eindruck von der Vielfältigkeit des Programms

Freitag, 24. August
Anreise nach Czernowitz

Samstag, 25. August
Führung durch das „Kleinwien des Ostens“ mit Tania Bereschnaja mit Erläuterungen zur Geschichte des Ortes und der Bukowina. Danch:
Informationsgespräch bei der Stiftung "Neue Familie" (Drogenhilfeprojekt) über die Arbeit, die Aufgaben, die Finanzierung dieser NGO sowie über die allgemeine Situation des zivilen Engagements vor Ort.

Sonntag, 26. August
Das jüdische Czernowitz: Paul Celan, Rose Ausländer; Stadtrundgang mit Dr. Mykola Kuschnir u.a. mit dem Besuch des jüdischen Friedhofs, der Besichtigung des jüdischen Museums und einem Gespräch mit Josip Bursuk über die Geschichte der Juden in Czernowitz und deren derzeitige Situation im Ort. 

Montag, 27. August
Fahrt nach Verkhovyna in die Ostkarpaten (Hauptstadt der Huzulen); Rundgang durch Verkhovyna, Besichtigung des Huzulischen Museums, Begegnung mit Anna Pankiv und ihrer Tochter Halina: Austausch über die Situation vor Ort (Abwanderung der jungen Leute, die Region wird „vergessen“ von der Regierung, Straßen sind z.T. nicht passierbar, es fehlt die Kanalisation). Weiterfahrt nach Kosiw. 

Dienstag, 28. August
Busfahrt von Kosiw nach Lemberg mit Zwischenstopps in Zabolotiv (Geburtsort von Manès Sperber) und Kolomea.  

Mittwoch, 29. August
Ganztägige/r Stadtrundgang und -fahrt : „Jüdisches Lemberg“ mit Boris Dorfmann, anschließend Gespräch mit Juri Durkot über die aktuelle politische, wirtschaftliche und soziale Situation in der Ukraine.

Donnerstag, 30. August
Ganztägiger Stadtrundgang (und Rundfahrt) Lemberg: Lembergs wechselhafte Geschichte unter polnischer, österreichischer, deutscher, sowjetischer und ukrainischer Herrschaft, aktuelle Situation und politische Herausforderungen – mit Jurko Prochasko.
Lesung Uwe von Seltmann aus seinem Buch „Todleben“.

Freitag, 31. August
Zugfahrt nach Krakau, geführter Spaziergang zum Rynek und durch die Altstadt.

Samstag, 1. September
Führung durch Kazimierz.
Rückreise nach Stuttgart / München.

ReferentInnen

Reiseleitung:

Uwe von Seltmann, Journalist und Autor

Gesa Tiedemann, Geschäftsführerin Petra-Kelly-Stiftung


Partner

Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg


Art der Veranstaltung
Bildungsreise



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