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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

07.10.2013 - 19:30

Ökologischer Landbau - Luxus oder (überlebens-) wichtig?

Ökologische Landwirtschaft als Grundlage einer zukunftsfähigen Welternährung

Rudolf Buntzel ist Volkswirt mit agrarwissenschaftlichem Hintergrund und war u.a. viele Jahre in afrikanischen Ländern bei kirchlichen Entwicklungsdiensten tätig, zuletzt als Lehrbeauftragter in Uganda. ln den vergangenen Jahrzehnten konnte er viele Erfahrungen in der afrikanischen Landwirtschaft  sammeln. Sein kenntnisreicher Vortrag beschäftigte sich ausführlich mit den Entwicklungen der afrikanischen Kleinbauern einerseits und der industriellen Landwirtschaft in verschiedenen Ländern andererseits.

Dabei stellte er vor allem die These auf, dass die traditionelle kleinbäuerliche Landwirtschaft die Landwirtschaft vom Boden her denkt, während die Agrarindustrie die Landwirtschaft  von der Pflanze her denkt. Damit ist der Grundunterschied benannt: die einen erhalten den Boden, seine Nährstoffe und seine natürliche Lebenswelt, während die anderen den Boden unbeachtet lassen und die Pflanze mit allen Mitteln stärken, schützen und widerstandsfähig machen. Mit allen Begleiterscheinungen: Bodenerosion, Pestizide, Düngemitteleinsatz. Im Extremfall: gentechnische Veränderungen. Auch diese kommen in afrikanischen Ländern zum Einsatz.

Buntzel stellte den Unterschied auf anschauliche Weise dar: Fotos von industriell arbeitenden Betrieben und Fotos von Anbauflächen kleinbäuerlicher Landwirte unter besonderer Berücksichtigung tropischer Lebensverhältnisse.

Im Anschluss an den Vortrag gab es eine rege Diskussion mit vielen auch fachlich detaillierten Fragen zur landwirtschaftlichen Produktion und zu den schwierigen Lebensbedingungen, unter denen die Kleinbauern ihr Leben sichern müssen.

ReferentInnen

Dr. Rudolf Buntzel
Promovierter Volkswirt mit agrarökonomischem Hintergrund, hat zur kleinbäuerlichen Landwirtschaft in Afrika geforscht, war 35 Jahre in wechselnden Funktionen bei kirchlichen Entwicklungsdiensten tätig, zuletzt als Beauftragter für Welternährungsfragen in der EKD. Er ist seit einigen Jahren als Lehrbeauftragter für landwirtschaftliche Entwicklungsfragen in Westafrika an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin und demnächst in Uganda.

Veranstaltungsort
München


Partner

InitiativGruppe - Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V.

FIAN München

Misereor

Nord Süd Forum

Arbeitskreis Panafrikanismus

Kulturreferat der Landeshauptstadt München


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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26.06.2013 - 19:30

Welternährung und Neokolonialismus

Lesung aus dem Buch „Kongo“ von David van Reybrouck

Das Buch "Kongo" hat in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit hervorgerufen  - nicht nur in Belgien, das über viele Jahrzehnte den Kongo kolonisiert  hat, sondern auch in Deutschland. Der Autor erzählt auf eindrückliche Weise die dramatische Kolonialgeschichte der Menschen im Kongo seiner belgischen Kolonisatoren. Das Geschehene ist für die gesamte westliche Welt ein Beispiel für die Verbrechen gegenüber den einheimischen Bevölkerungen der Kolonialländer. 

Der Moderator, Claude Mukadi, selbst Kongolese, stellte mit einem kurzen Vortrag die Geschichte aus seiner Sicht dar. Kontrastiert wurden seine Beiträge durch Lesung einzelner Episoden aus dem Buch von David van Reybrouk. Dabei wurden die politischen Rollen verschiedener Persönlichkeiten, die diese Geschichte geprägt haben, wie z.B. der belgische Monarch Leopold, der Freiheitskämpfer Lumumba oder der Diktator Mobutu dargestellt.  

Das Publikum war auch gemischt. Insbesondere die Beiträge der anwesenden Kongolesen haben sehr zum Verständnis des Landes und seiner Historie beigetragen. Auch die aktuelle Lage wurde behandelt: die Ausbeutung der Bodenschätze - früher mit Kautschuck, heute mitColtan - und damit einhergehend die kriegerischen Auseinandersetzungen (Bürgerkriegsmilizen, Massenmorde an der Bevölkerung, Vergewaltigungen, Kindersoldaten).  

Claude Mukadi stellte  am Ende einer lebhaften und engagierten Veranstaltung seine Friedensaktion "Bel Amani - Friedensglocke" vor.

ReferentInnen

Claude Mukadi
In Lubumbasi (Kongo) geboren und 1974 als Student nach München gekommen. Für seine ehrenamtliche Friedensarbeit wurde mit dem Preis „Münchener Lichtblicke 2012“ ausgezeichnet. Gründer der Initiative „Bell Amani“ (Friedensglocken). 

Matthias Klie
Freier Schauspieler und Synchronsprecher, München

Veranstaltungsort
München


Partner

InitiativGruppe e.V.

Initiative „Bell Amani“

FIAN München

Misereor

Nord Süd Forum

Arbeitskreis Panafrikanismus

Suhrkamp Verlag

Bayern liest e.V.

Kulturreferat der Landeshauptstadt München 


Art der Veranstaltung
Buchvorstellung / Ausstellungseröffnung / Diskussion



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13.06.2013 - 19:00

Die Stimme der Frauen - Vor der Präsidentenwahl in Iran

 

Die Proteste nach den letzten Präsidentschaftswahlen in Iran 2009 wurden vor allem von jungen Frauen angeführt. Viele von ihnen wurden daraufhin verhaftet, andere haben das Land verlassen. Am Vorabend der iranischen Wahlen 2013 wollen wir daher fragen: 

  • Was ist aus den Stimmen der Frauen geworden?
  • Wie hat sich die Situation seit 2009 entwickelt?

Die Berichterstattung über Iran in deutschen Medien ist häufig fixiert auf den Atomkonflikt. Grundsätzliche Informationen über das Wahlsystem, die Rolle von Minderheiten und die aktive Rolle von Frauen und Frauenorganisationen fehlen.

ReferentInnen

Katayun Pirdawari
Politikwissenschaftlerin und Queer-Aktivistin, Berlin

Dr. Christl Catanzaro
Iranistin, LMU München

Narges Kalhory
Filmemacherin und Studentin an der HFF München

Moderation:
Silvia Bauer
Kulturwissenschaftlerin, München

Veranstaltungsort
München, Evangelische Stadtakademie, Herzog-Wilhelm-Str. 24


Kosten
8,-/erm. 7,- Euro


Partner

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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07.06.2013 - 19:30

Wenn Drohnen das Töten übernehmen

Waffenexporte in Krisengebiete

Barbara Lochbihler sitzt als EU-Abgeordnete im Menschenrechtsausschuss und war Präsidentin der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit in Genf. Das folgende Zitat von Kofi Anan setzte sie an den Anfang ihres Vortrags: „Menschenrechtsverletzungen von heute sind die Kriege von morgen“

Die EU-Staaten haben sich Prinzipien für die Waffenexporte gegeben. Diese sollten aber auch für Überwachungstechnologie wie z.B. von Nokia System Network gelten. Auf Druck von Exiliranern hat sich Nokia aus dem Geschäft herausgezogen. Die Referentin zeichnet verantwortlich für die Aktion Frieden 2.0, die eine effektive Kontrolle von Überwachungstechnologien erreichen will.

Barbara Lochbihler beschrieb die verschiedenen Möglichkeiten des Einsatzes von Drohnen. Über 40 Staaten haben eigene Drohnenprogramme. Die USA haben die Anwendung von bewaffneten Drohnen massiv ausgedehnt. Der Bevölkerung ist der Einsatz dieses Instrumentes leichter zu vermitteln, da keine eigenen Opfer zu beklagen sind. Die USA sehen sich in einem globalen Krieg und leiten daraus ein Recht auf eine permanente Selbstverteidigung ab. Diese Auffassung steht der der EU entgegen, aber kein EU-Staat nimmt dazu Stellung. In Amerika existiert eine Civil Rights Bewegung, aber die allgemeine Politik hat sich nicht verändert. Das Genfer Institut für Friedensfragen bezeichnet diese Haltung als einen Verstoß gegen das Völkerrecht. In Deutschland ist ein Einsatz von bewaffneten Drohnen nur rechtlich möglich, wenn wir mit einem Land in Kriegszustand sind. Es stellen sich ethische Fragen beim Einsatz von bewaffneten Drohnen, die bisher von keiner Regierung beantwortet wurden. Frontex benutzt Aufklärungsdrohnen. Die Hansestadt Hamburg setzt sie bei Demonstrationen ein. Barbara Lochbihler sieht es als ihre Aufgabe an, den Opferverbänden Gehör zu verschaffen.

 

Empfohlene Weblinks

www.friedens-raeume.de

ReferentInnen

Barbara Lochbihler
studierte Sozialpädagogik sowie Politikwissenschaft, Volkswirtschaft und internationales Recht. Von 1999 – 2009 war sie Generalsekretärin der deutschen Sektion von Amnesty International. 2009 wurde sie für Bündnis90/DIE GRÜNEN ins Europäische Parlament gewählt. Seit 2011 ist sie Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses.

Veranstaltungsort
Lindau


Partner

friedens räume Lindau

Pax Christi Augsburg


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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03.06.2013 bis 09.06.2013

Islamophobie & Islamkritik

Festival contre le racisme 2013 in Bamberg

Die Grundidee des „fclr 2013“ war es, eine Debatte, die im öffentlichen Raum sehr präsent ist, tiefgehend und kritisch weiterzudenken. Sechs Vorträge, die aus verschiedenen Perspektiven den Themenkomplex beleuchteten, gaben allen Beteiligten viele Anregungen zum Nachdenken und Antworten auf Fragen, die im oberflächlichen Alltagsdiskurs häufig kein Gehör finden. Dabei hat sich die Annahme bestätigt, dass Kritik am Islam und ein trotzdem respektvoller Umgang mit diesem durchaus vereinbar sind. Dies zeigte sich insbesondere während der abschließenden Reflexionsrunde, die von zwei iranischen Flüchtlingen inhaltlich begleitet wurde. Alle Vorträge waren gut besucht und mündeten in rege Diskussionen, die die vorgetragenen Gedanken reflektierten und ergänzten. Bei dem antirassistischen Fußballturnier und dem Abschlusskonzert am Samstag stand zwar der Spaß im Vordergrund, allerdings wurden die Themen der vorangegangenen Vorträge in Unterhaltungen aufgegriffen. 

Montag, 03. Juni 2013 
Daniel Poensgen: „Der Neid auf „die Juden von heute“. Zum Verhältnis von Islamophobie und Antisemitismus.“

Daniel Poensgen, Sozialwissenschaftler aus Berlin, eröffnete die Vortragsreihe mit einer stark theoretisch ausgelegten Analyse von oberflächlicher und falscher Islamkritik und zeigte den Zuhörer/inne/n sehr fundiert auf, um welches Spannungsverhältnis es beim diesjährigen „fclr 2013“ ging. Poensgen legte dar, dass der oft getätigte Vergleich zwischen Antisemitismus und Islamophobie nicht nur tieferer Sinnhaftigkeit entbehrt, sondern darüber hinaus noch sehr gefährlich sein kann. Repräsentativ, sowohl für den deutschen Umgang mit der eigenen Vergangenheit, als auch mit aktueller Islamophobie bestimmen laut Poensgen Ideologien den Diskurs und verhindern ernsthafte und notwendige Kritik. Durch den getätigten Vergleich erfolgt nicht der angepriesene Schutz für Muslime, sondern eine neue Legitimationsgrundlage für alten und neuen Antisemitismus.

Dienstag, 04. Juni 2013
Sebastian Hornung: „Islamfeindlichkeit im deutschsprachigen Internet“

Sebastian Hornung legte den Fokus auf islamfeindliche Blogs im deutschsprachigen Internet. Die Zuhörer/innen wurden für verwendete Schlag- und Codewörter sensibilisiert und der Blog „Politically Incorrect“ wurde einer genaueren Analyse unterzogen. Diese Homepage ist laut Hornung eine, wenn nicht die zentrale Anlaufstelle für Islamhasser/innen in Deutschland. Besonders interessiert waren die Teilnehmenden an Hornungs Aufzeigen von Begriffen und Argumentationslinien, die über „Politically Incorrect“  den Weg in die etablierten Medien finden. Der Vortrag baute Sensibilität für die Mechanismen von Instrumentalisierung und bewusster Erzeugung von Feindbildern auf.

Mittwoch, 5. Juni
Frank Schellenberg: Kommentierte Filmvorführung: „The Taqwacores“ (2010)

Frank Schellenberg ist Islamwissenschaftler aus Bamberg und brachte durch seine Filmvorführung einen weiteren, sehr zentralen Aspekt der Grundthematik des Festivals ein. Er legte die Fragen dar, die die Zuschauer/innen bei Betrachtung des Filmes im Hinterkopf behalten sollten. „Was kann und darf Gegenstand von Islamkritik sein? Gibt es einen zentralen Aspekt des Islams, der in allen Strömungen und Gruppierungen vorhanden ist? Kann infolgedessen der Islam als solches Gegenstand von Kritik sein oder darf sich diese immer nur auf die jeweilige Ausprägung beziehen?“ Der Film und auch die anschließende Diskussion zeigten für beide Positionen wichtige Aspekte auf. Eine Schlussfolgerung war, dass es durchaus grundsätzliche Elemente des Islams gibt, die kritikwürdig sind, es aber großer Sensibilität und Reflexion bedarf, um diese anzubringen.

Donnerstag, 6. Juni
Klaus Blees: „Islamophobie – Genese und Wirkung eines Kampfbegriffes“

Klaus Blees, Mitarbeiter und Referent im Kompetenzzentrum Islamismus des Vereins 3. Welt Saar, erarbeitete eine kritische Perspektive auf den Islamophobiebegriff und dessen Instrumentalisierung zur Verhinderung von legitimer Kritik am Islamismus. Sehr skeptisch äußerte sich Blees zu Wortkreationen wie beispielsweise „antimuslimischer Rassismus“, da sie in seinen Augen mehr zur Vernebelung der eigentlichen Problematik als zu tiefgehender, kritischer Auseinandersetzung beitragen. Der Vortrag war ein Plädoyer für eine säkulare und emanzipatorische Kritik an Menschenrechtsverletzungen, die im Namen des Islams getätigt werden. Blees zeigte darüber hinaus auf, dass, anders als vielleicht intuitiv erwartet, der Islamismus in der deutschen und europäischen Rechten mehr Freunde als Feinde hat. In Antisemitismus und Rassismus findet ein beängstigender Schulterschluss statt.

Freitag, 7. Juni
Stephan Grigat: „Islamischer Antisemitismus. Zur Kritik am iranischen Regime, den ägyptischen Moslembrüdern und ihren Verteidigern im Westen.“

Der Vortrag stand ganz im Zeichen der Islamkritik. Stephan Grigat, ein ausgewiesener Fachmann für das iranische Regime und islamischen Antisemitismus zeigte die Gefährlichkeit des Islamismus. Dieser gipfelt für Grigat in den Auslöschungsdrohungen gegenüber Israel. In seinem Vortrag stellte der Referent dar, wie das islamische Regime in Teheran die Religion als Mittel ausnutzt, um ihre menschenverachtende Politik durchzusetzen. Einen besonderen Schrecken enthielt die Darlegung, als Grigat näher auf den europäischen und speziell deutschen Umgang mit der iranischen Bedrohung einging. Umfassende Wirtschaftsbeziehungen zwischen der deutschen und der iranischen Regierung und immer wieder erfolgende, gemeinsame Öffentlichkeitstermine sind für Grigat der Gipfel der Absurdität.  

Samstag, 8.Juni:
Antirassistisches Fußballturnier

Samstag, 8.Juni:
Abschlusskonzert mit „Neonschwarz“, „eSKAlation“ und „cerpin.taxt“

Am Samstagabend fand, als kulturelle Abrundung der Vortragswoche, ein Live-Konzert mit mehreren Bands aus verschiedenen Musikrichtungen im Jugendzentrum der Stadt Bamberg statt. Den Abend eröffnete die fünfköpfige  Schweinfurter Post-Hardcore Band „cerpin.taxt“ mit einer abwechslungsreichen Mischung aus ruhigen, melodiösen Klängen und brachialen Gitarrenwänden - stets untermalt von verzweifeltem Schreigesang. Danach brachte die Band „eSKAlation“ mit ihren (durchaus vom Punkrock geprägten) Ska-Rhythmen die rund 130 Gäste zum Tanzen. Das Highlight des Abends bildete „Neonschwarz“, eine vier-köpfige Hip-Hop-Combo aus Hamburg. Durch eingängige Beats und durchaus politische Texte entfachte die Band eine gute Atmosphäre und machte den Abend für viele zu einem unglaublichen Erlebnis. Neben dem musikalischen Programm war für das „leibliche Wohl“ der Besucher/innen bestens gesorgt: neben preiswerten Getränken erweckte die lokale Gruppe „Vokühila“ mit köstlichem veganen Essen die Begeisterung der Gäste.

Durch dieses Abendprogramm wurden vor allem Jugendliche angesprochen. Eingebettet in den Rahmen des „fclr 2013“ bildete das Konzert einen Anknüpfungspunkt zur Theoriearbeit und kann als Anregung für Jugendliche verstanden werden, sich mit politischen Themen auseinander zu setzen.

Sonntag, 9. Juni:
Hadi Ghaeni und Siamak Wosoughi: Erfahrungsberichte zur politischen Situaion im Iran als Inputreferate zu einer Reflexionsrunde mit Brunch

Die beiden Referierenden sind politische Flüchtlinge aus dem Iran, die die Gräuel des totalitären Regimes direkt miterlebt hatten. Von vornherein war abgesprochen, dass die beiden aus rein subjektiver Ebene ihre persönlichen Erlebnisse im Iran schildern würden. Dies erwies sich als geeignete Ergänzung zu der am Freitag durch Stephan Grigat erfolgten theoretischen Aufarbeitung. Die Worte von Hadi Ghaeni und Siamak Wosoughi zogen die Zuhörenden in ihren Bann und bildeten eine gute Basis für das anschließende Reflexionsgespräch. Der emotionale Input der beiden Flüchtlinge bot viele Anknüpfungspunkte, um die Inhalte der Festivalwoche im Rahmen eines moderierten Diskurses zu reflektieren.

 

Empfohlene Weblinks

festivalcontreleracisme.blogsport.de

Veranstaltungsort
Bamberg


Partner

Integrationsbeirat der Stadt Bamberg

die LINKE

SDS Bamberg

DGB

GEW

Grün-Alternative Liste Bamberg (GAL)

AStA Bamberg

AStA TU Berlin

AStA Hannover

AStA Münster

Bürgerverein Bamberg-Mitte 

Offene Jugendarbeit Bamberg

Fachschaften der Universität Bamberg


Art der Veranstaltung
Vorträge & Diskussion / Konzert / Antirassistisches Fußballturnier



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01.06.2013 - 19:00

IRAN: Wahlen ohne Demokratie - Perspektiven der Zivilgesellschaft?

 

Die Veranstaltung wurde von musikalischen Darbietungen durch den Sänger Arash Sasan umrahmt, der persische und englische Lieder darbot und sich dazu selbst auf der Gitarre begleitete.

Die Podiumsdiskussion fand im Vorfeld der Präsidentschaftswahl im Iran am 14. Juni 2013 statt. Die vorherige Wahl des iranischen Präsidenten im Jahr 2009 war höchst umstritten abgelaufen und hatte große, blutig niedergeschlagene Proteste nach sich gezogen. Die innenpolitische Lage war oder ist aufgrund dieser Ereignisse noch immer sehr angespannt.

Im Vorfeld der Wahl stellten sich daher zahlreiche Fragen, wie zum Beispiel: Haben die reformorientierten bzw. moderaten Kandidaten überhaupt eine Chance auf eine faire Teilnahme? Welche Auswirkungen wird die Wahl auf die Lage der Menschenrechte und auf das Verhältnis Irans mit dem Westen haben? Welche Perspektiven hat die iranische Zivilgesellschaft im Allgemeinen? 

Im ersten teil der Veranstaltung referierte Maede Soltani, Tochter des in Teheran inhaftierten Rechtsanwalts Abdolfattah Soltani, über die Situation der politischen Gefangenen im Iran. Abdolfattah Soltani hatte vor über 10 Jahren gemeinsam mit der Friedensnobelpreisträgerin Schirin Ebadi und anderen Juristen das „Zentrum für Menschrechtsverteidiger“ gegründet. Die Mitglieder des Zentrums konnten zahlreiche gewaltlose politische Gefangene vor Gericht vertreten. Aus diesem Grund wurden sie selbst zur Zielscheibe des iranischen Regimes: Abdolfattah Soltani wurde zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt, weitere Kolleginnen und Kollegen wurden ebenfalls inhaftiert oder mussten wie Schirin Ebadi ins Exil gehen. Soltani berichtete von den Belastungen und Schikanen, denen die Familien der politischen Gefangenen, insbesondere auch deren Kinder, ausgesetzt sind. Sie versicherte, dass sie sich weiter von Deutschland aus für die Freilassung ihres Vaters einsetzen werde.

Dr. Nasrin Bassiri und Dr. Wahied Wahdat Hagh diskutieren, Silvia Bauer moderiert.

Im Mittelpunkt der folgenden, von Silvia Bauer moderierten Diskussion zwischen den beiden Politikwissenschaftlern Dr. Nasrin Bassiri und Dr. Wahied Wahdat Hagh standen Fragen nach der Zivilgesellschaft, aber auch nach den Aussichten verschiedener Kandidaten und der Rolle der Sanktionen des Westens. In einigen Punkten vertraten die Referenten unterschiedliche Meinungen: Zwar waren sich beide einig, dass das politische System im Iran keine echte Demokratie zulässt. Frau Bassiri erläuterte aber, dass es zwischen den vom Regime handverlesenen Kandidaten durchaus eine Art politischen Wettbewerb gibt. Herr Wahdat Hagh betonte dagegen die totalitäre Natur des Systems und warf die Frage auf, wie diese Diktatur enden werde: durch freiwillige Aufgabe – ähnlich wie in der Sowjetunion – oder durch Gewalt, sei es von innen oder außen.  

 

Empfohlene Weblinks

www.united4iran-bayern.de

ReferentInnen

Dr. Nasrin Bassiri
Politikwissenschaftlerin, Journalistin und Autorin

Dr. Wahied Wahdat Hagh
Soziologe und Politologe

Maede Soltani
Tochter des inhaftierten Rechtsanwalts Abdolfattah Soltani

Moderation:
Silvia Bauer
Kulturwissenschaftlerin

Musikalische Begleitung: Arash Sasan

Veranstaltungsort
München


Partner

United4Iran – Bayern e. V.

Evangelische Stadtakademie München


Art der Veranstaltung
Podiumsdiskussion



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21.05.2013 bis 31.05.2013

Georgien: Auf dem Weg nach Europa?

 


Georgien liegt am äußersten Rand Europas und hat eine Geschichte, die wechselvoll war und ist. Erst mit dem Zerfall der Sowjetunion gewann das Land seine Unabhängigkeit wieder, die es vor vielen Jahrhunderten erst an Perser und Türken, dann an den russischen Zaren, verloren hatte.

Georgien ist heute eine demokratische Republik mit einem starken Präsidialsystem und zentralisierter Verwaltung. Zuletzt fanden am 1. Oktober 2012 freie Wahlen in Georgien statt, denen erstmals in diesem Kaukasus-Land ein friedlicher Machtwechsel folgte. 

Ziel der georgischen Außenpolitik ist eine Festigung der Beziehungen zur Europäischen Union und auch zum Europarat, dem es seit 1999 angehört. An diesem Ziel hält auch die neue pro-westliche Führung von Premierminister Iwanischwili fest, der Georgien weiter in die EU und die Nato führen will.

Die politischen Gegebenheiten, einzigartige Baudenkmäler, grandiose Landschaften, ein mildes Klima und seine gastfreundlichen Bewohner machen Georgien zu einem ganz besonderen Reiseziel. Unser Reiseprogramm sah so aus:

Mittwoch, 22.5.2013

Stadtführung durch Tbilissi
Tbilissi ist die Hauptstadt Georgiens und kultureller Mittelpunkt des Landes (ca. 1.5 Mio. Einwohner*nnen). Besichtigung der 2004 fertiggestellten Sameba-Kathedrale, die als Symbol der nationalen und religiösen Wiedererstehung Georgiens gilt. Bei einem Spaziergang durch die Altstadt konnten sowohl die renovierten Viertel bewundert, als auch die protzigen Glaspaläste der Postmoderne bestaunen aber auch noch sehr schöne alte aber baufällige Gebäude betrachtet werden.

Besuch der Heinrich Böll Stiftung
Gespräch mit Nino Lejawa, Leiterin des Büros der HBS in Tbilissi mit vielen Informationen über die Geschichte und die aktuelle Situation des Landes, sowohl unter innenpolitischen Gesichtspunkten als auch unter dem Aspekt der ungebrochenen Westorientierung der georgischen Eliten und weiter Bevölkerungsteile, wie sie sich nicht zuletzt in der allgegenwärtigen Präsenz der Europäischen Flagge manifestiert.

Donnerstag, 23.5.2013

Besuch der Deutschen Botschaft
Gespräch mit Botschafter Ortwin Henning. Themen waren u.a. die Perspektiven Georgiens bezüglich einer weiteren Annäherung an die Europäische Union, die Zukunft der deutsch-georgischen Beziehungen und die europapolitische/internationale Ausrichtung der neuen Regierungspartei.

Besuch des kaukasischen Hauses
Gespräch mit Naira Gelashvili
Fahrt mit der Seilbahn auf den Hausberg von Tbilissi; Abstieg zu Fuß mit Besichtigung einer Kirchenanlage.

Freitag, 24.5.2013

Fahrt nach Kutaissi mit Zwischenstationen
Besuch von Mzcheta, der historischen Hauptstadt Georgiens
In Gori wurde das Stalin Museum besichtigt
Besichtigung der Höhlenstadt von Uplisciche – Ende des 2. Jahrtausends vor Christus nutzte ein einheimischer Völkerstamm erstmals die natürlichen Höhlen als Wohnungen. Im Mittelalter beherbergte die Stadt 20.000 Menschen. Erst im 18. Jahrhundert verließen die letzten Bewohner dieses Felsendomizil, dessen Reste sehr beeindruckend sind.
Abends Ankunft in Kutaissi, der zweitgrößten Stadt Georgiens und seit kurzem Sitz des georgischen Parlaments.

Samstag, 25.5.2013

Vormittags Stadtbesichtigung Kutaissi: Festung, Bagrati Kathedrale,
malerischer Markt, Synagoge, Altstadt,
Anschließend fand ein Ausflug zur Klosteranlage nach Gelati statt, dem Kloster des berühmtesten georgischen Königs David. Die Anlage beheimatet auch eine alte Akademie und einen berühmten Weinkeller, in dem die Marani-Krüge - große, henkellose Tonamphoren, die in den Boden eingelassen sind – bewundert wurden.

Sonntag, 26.5.2013

Fahrt nach Mestia in Swanetien, der „Krone des Kaukasus“
Eine Reise nach Swanetien ist immer etwas Besonderes, es ist so etwas wie eine
Zeitreise in eine archaisch anmutende Welt; die Fahrt ging durch das Enguri-Tal und endete in Mestia, berühmt für die Wohn- und Wehrtürme, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehören

Montag, 27.5.2013

Ausflug nach Uschguri, dem höchsten Ort Europas. Die Fahrt auf der engen Bergstraße durch die Dörfer war ein echtes Kaukasus-Erlebnis. Da der Reisebus, diese Strecke nicht fahren kann, wurden für den Ausflug mehrere kleine Busse benutzt.

Dienstag, 28.5.2013

Fahrt von Mestia nach Batumi
Die Reise wurde unterbrochen in Poti, einem ehemals wichtigen Handelsort am schwarzen Meer. Bei einem Gespräch mit dem Bürgermeister und einigen städtischen Abgeordneten bekam die Gruppe einen Einblick in die aktuellen Probleme der Region.
Am Abend wurde Batumi erreicht, eine lebhafte, eher türkisch anmutende Provinzhauptstadt mit schönen Stränden.

Mittwoch, 29.5.2013

Stadtrundfahrt Batumi mit Besichtigung der Gonio Festung und des botanischen Gartens.

Donnerstag, 30.5.2013
Am Vormittag wurden individuell die Bademöglichkeiten erkundet. Am Nachmittag Besuch der Zeitung Batumelebi , Gespräch mit Eter Turadze und Nana Kvachadze über die Rolle der Medien in Georgien, die Geschichte der Zeitung sowie die Pressefreiheit vor Ort.

Veranstaltungsort
Georgien


Partner

Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg


Art der Veranstaltung
Bildungsreise



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18.05.2013 bis 14.06.2013

Der Aufstand der Frauen in der arabischen Welt

 

Vier junge arabische Frauen gründen im Oktober 2011 die Facebook-Gruppe „Der Aufstand der Frauen in der arabischen Welt“. Sie rufen zu einem gemeinsamen Aufstand von Männern und Frauen gegen die Unterdrückung der Frau in der arabischen Welt auf. Die Organisatorinnen fordern die Leute dazu auf, ihre Fotos mit ihren Statements hochzuladen. Die Intifada der Araberinnen hat einen großen Erfolg. Nach nur einem Monat haben sie 60.000 Fans und viele Unterstützerfotos. Welche Bedeutung hat diese Kampagne? Wie ist die Reaktion aus der arabischen Gesellschaft? Was kann eine revolutionäre Veränderung zur Verbesserung der Situation von Frauen beitragen? Warum unterstützen wir den Aufstand der Frauen?

Die von Yalla Arabi, Verein zur Förderung arabischer Kultur und Sprache, organisierte Ausstellung des virtuellen Aufstands der Frauen in der arabischen Welt zeigt einige der heute über 1000 Bilder, die es mit Hilfe einer Initiative auf Facebook schafften, eine neue Diskussion zum Thema Frauenrechte in der Öffentlichkeit vieler arabischer Länder zu entfachen.

Im Rahmen der Vernissage (am Samstag, 18. Mai um 19:00 Uhr) wird eine Podiumsdiskussion zum Thema Frauenrechte und Frauenaufstand in der arabischen Welt stattfinden.

Downloads zum Artikel

uprising_flyer.pdf460 K


ReferentInnen

Diala Haider
Mitgründerin der Facebook-Initiative, Libanon

Monika Renner
Stadträtin, Mitglied der Gleichstellungskommission der Landeshauptstadt München

Veranstaltungsort
München, Räume der Initiativgruppe e.V., Karlsstraße 50


Kosten
Ausstellung: Eintritt frei / Vernissage: 5,-/erm. 3,- Euro


Partner

Yalla Arabi

Frauenakademie München e.V.

BayernForum der Friedrich-Ebert-Stiftung

Das Projekt wird gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München.


Art der Veranstaltung
Ausstellung und Vernissage



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16.05.2013

Von Mali nach Marokko und dann...

Die Situation von Flüchtlingen an Europas Grenzen

In seinem Vortrag berichtete unser Referent aus Mail, der in Marokko lebt und für das Komitee für solidarische internationale Unterstützung arbeitet, über die Situation von malischen Flüchtlingen in Marokko. Herr Poudiougo bezifferte die Gesamtzahl der Flüchtlinge, Asylanten und Migranten auf 10.000 bis 15.000 Personen. Den Status als Flüchtling bekommt der Asylant durch die Anerkennung durch den Hohen Flüchtlingskommissar in Marokko.

Für die meisten Flüchtlinge ist Marokko das Transitland auf dem Weg nach Europa, für manche auch das Zielland. Der Aufenthalt kann bis zu 10 oder 12 Jahre dauern, da sie immer wieder nach Algerien oder in ihr Heimatland abgeschoben werden. Marokko kennt diese Menschen trotz ihrer Anerkennung durch das Hohe Flüchtlingskommissariat nicht als Flüchtlinge an und verweigert ihnen die Asyl- und Menschenrechte. Ein Hauptgrund dafür liegt in der Außenpolitik der Europäischen Union. Die EU hat Abkommen mit Marokko, um ihre Außengrenzen vor Flüchtlingen zu schützen und sichert im Gegenzug wirtschaftliche Vorteile für das arme Land zu.

Herr Poudiougo sprach über die politischen und wirtschaftlichen Fluchtgründe und ausführlicher über die sozialen und wirtschaftlichen Lebensbedingungen der Migranten, über ihre Wohnsituation und den sehr schwierigen Zugang zum Arbeitsmarkt. Auf Nachfrage in der anschließenden Diskussion ging er auf die Situation der Kinder und Jugendlichen ein. Sie können nicht registriert werden und haben deshalb nur schwer Zugang zu medizinischer Versorgung und zum Bildungssystem außer die einzelnen Gemeinden oder Schulen nehmen sie auf. Er unterschied weiterhin die Situation der Migranten im östlichen Landesteil an der Grenze zu Algerien, wo die Menschen in selbstgebauten Zelten in der Natur ohne fließendes Wasser oder Strom wohnen oder in den großen Städten, in denen sie in Wohnungen leben können, aber den Zwang zur Zahlung von Miete haben.

Der zweite Teil des Abends befasste sich mit der politischen Situation in Mali. Die Teilnehmer wurden informiert über die Geschichte Malis seit der Entkolonialisierung, über die Unabhängigkeit, die Zeit der 23jährigen Diktatur, die Revolte gegen die Diktatur und den letzten Militärstaatsstreich. Umfassend wurde geschildert, wie islamistische Dschihadisten Teile des Landes besetzten, wie sie bestehende Probleme des Landes, z. B. die Situation der Tuareg für ihre Zwecke nutzten und eine Spaltung der Gesellschaft herbeigeführt wurde. Die Rolle Frankreichs Anfang 2013 wurde dargestellt, die Freude der malischen Bevölkerung über die Unterstützung aus Europa für ihre staatliche Integrität und die Enttäuschung über die französische Zusammenarbeit mit feindlichen Kräften.

 

Veranstaltungsort
München


Partner

Bayerischer Flüchtlingsrat

Münchner Flüchtlingsrat

borderline-europe

Save Me München

AI München – AK Asyl

Interkulturelles Forum e.V.


Art der Veranstaltung
Vortrag und Diskussion



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22.04.2013 - 19:30

Syrien aktuell: Frauen zwischen Aufbruch und Unterwerfung

 

Zunächst beleuchtete Alan Hassaf, der bis Dezember 2012 der Pressesprecher der „Union der Freien Syrischen Studierenden“ (UFSS) war, die Hintergründe und die Geschichte der Widerstandsbewegung in Syrien. Darüber hinaus gab er einen Überblick über die unterschiedlichen Säulen der Bewegung und die Aufgaben des Lokalkomitees. Abschließend ging er auf die verheerenden Folgen des Krieges für die Bevölkerung ein: neben über 70 000 Toten und 135 000 verwundeten sprach er von mehr als 3,6 Millionen Vertriebenen.

Im zweiten Teil beleuchtete Hervon Ose, die bereits seit 2004 politisch aktiv ist und seit 2012 in München lebt, die Rolle und Situation der Frauen in Syrien.  Diese übernehmen mittlerweile auch viele für die Revolution wichtige Aufgaben, etwa als Krankenschwestern, durch die Organisation von Demonstrationen oder Medienarbeit. Einige schlössen sich gar den bewaffneten Gruppen bzw. der Armee an, sei es aufgrund der aussichtslos erscheinenden Situation oder aus Zwang. Die Mehrheit setzte sich aber nach wie vor friedlich für eine Veränderung ein, etwa durch Demonstrationen.

Ose ging auch auf den UN-Report ein, der die sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen thematisiert. Unter anderem prangert dieser die hohe Zahl von Vergewaltigungen, insbesondere in den Gefängnissen der Geheimdienste an.                       
Abschließend warb sie noch für das Syrische Frauen Netzwerk, das Ende Mai in Kairo gegründet wird. In der regen Abschlussdiskussion machte sie zudem darauf aufmerksam, dass in Anbetracht der zahlreichen wichtigen Aufgaben der Frauen in vielen Gremien eine neue Syrische Verfassung vonnöten ist. Denn in der aktuellen steht unter anderem: „der Präsident ist ein Mann“.


Von links nach rechts: Hervin Ose, Alan Hassaf und Martin Bauhof von Adopt a Revolution

Die informative Präsentation stellen wir als PDF-Datei zum Herunterladen zur Verfügung.

 

Downloads zum Artikel

Jawad_Syrien.pdf5.0 M


ReferentInnen

Hervin Ose ist Aktvistin und bereits seit 2004 politisch aktiv. Sie nahm u.a. an der ersten Demonstration des Aufstandes am 15. März 2011 vor dem Innenministerium teil und engagierte sich bis zu ihrer Flucht aus Syrien im April 2012 im Großraum Damaskus.

Alan Hassaf ist Aktivist aus Qamishli und einer der Gründer der „Union der Freien Syrischen Studierenden“ (UFSS). Die Studierendenbewegung war maßgeblich daran beteiligt, die unbewaffneten Proteste in die großen Städte des Landes zu tragen. 

Veranstaltungsort
München, EineWeltHaus, Schwanthalerstr. 80 Rgb.


Kosten
Eintritt frei!


Partner

Heinrich-Böll-Stiftung

Adopt a Revolution


Art der Veranstaltung
Diskussion



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