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Ein Forum für neue Ansätze in Politik, Wirtschaft und Kultur

Veranstaltungen und Dokumente

11.12.2006

Genderaspekte in der Stadtplanung

Gender in den Mainstream

Das Gesicht der Städte verändert sich, so stehen z.B. innerstädtische Flächen durch Umnutzungen für eine neue Gestaltung zur Verfügung. Ziel der neuen Stadtentwicklung sind Stadtviertel und Gegenden, in denen multifunktionale Nutzungen möglich sind, d.h. das Nebeneinander von Wohnen, Arbeiten, Konsum und Infrastruktur. Bei den beteiligten Akteur/innen wie Stadtplaner/innen, Architekt/innen, Verwaltungen und Investor/innen stellt sich die Frage, wie der bei Frauen und Männern unterschiedliche Lebensalltag – und damit die unterschiedlichen Bedürfnisse an die bebaute Umwelt - Einfluss nehmen kann auf die Bauleitplanung.

Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden deshalb Stadtentwicklungspläne auf ihre Genderkonstruktionen und ihre Auswirkungen auf Frauen und Männer betrachtet.

Vorträge als PDF-Datei

Wir dokumentieren die Vorträge der Veranstaltung hier als PDF-Dateien zum unentgeltlichen Download:

Genderaspekte in der Stadtplanung
Allgemeine Überlegungen und grundsätzliche Anliegen

von Dr. Gabriele Schambach
Download (ca. 45 KB)

Genderaspekte in der Stadtplanung
Konkrete Beispiele und Überlegungen aus München

von Dr. Marie-Luis Wallraven-Lindl
Download (ca. 55 KB)

 



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01.12.2006

Zwischen Nadelstreifen und Springerstiefel

Erscheinungsformen des Rechtsextremismus und Gegenkonzepte

Engagierter Kampf gegen Rechtsextremismus nötiger denn je!

Wer an Rechtsextremismus denkt, hat zumeist glatzköpfige Skinheads mit Springerstiefeln vor seinem geistigen Auge. Doch das "braune Antlitz" wird facettenreicher, die "rechte Szene" ändert sich: Verstärkt legt sie Wert auf "Gutbürgerlichkeit" und versucht, in der "Mitte der Gesellschaft" Fuß zu fassen. Eine Strategie, die zunehmend verfängt. Die Reaktion der Demokraten reicht von hilflosem Staunen bis zu couragiertem Dagegenhalten. Die Frage nach dem Umgang mit immer selbstbewusster auftretendem rechtsextremen Personal wird immer zentraler. Im Rahmen unserer gemeinsam mit der Akademie für Politische Bildung Tutzing veranstalteten Tagung wurden neben der Analyse des Rechtsextremismus konkrete Initiativen und Projekte vorgestellt, die sich dem Kampf gegen rechtsextremistische Einstellungen verschrieben haben und mit zivilgesellschaftlichem Engagement für Toleranz, Demokratie und Integration eintreten.

Seit 1990 beobachtet Frank Jansen, Redakteur beim Berliner Tagesspiegel, die rechtsextremistische Szene in Deutschland. Seine Schilderung der Zustände besonders in einigen ostdeutschen Gebieten - wo Rechtsextremismus sich direkter äußere als im Westen - war überaus deutlich: "Der NPD gelingt es zunehmend, nicht nur Protestwähler zu mobilisieren, sondern sie verfügt inzwischen in Teilbereichen über eine Stammwählerschaft von drei bis fünf Prozent." Erst jetzt, so Jansen, sei die NPD, eine originär westdeutsche Altmänner-Partei, mit ihrer "nationalrevolutionären Orientierung" im wiedervereinigten Deutschland angekommen. So selbstbewusst sei die Partei inzwischen auch im Westen geworden, dass sie angekündigt habe, bei der nächsten Landtagswahl in Bayern in die Volksvertretung einzuziehen.

Seinem eigenen Berufsstand stellte Jansen ein unbefriedigendes Zeugnis aus. Was zu wenig stattfinde, sei die kontinuierliche Berichterstattung über Rechtsextremismus. Nur zu oft sei Extremismus ein Thema lediglich zu Wahlkampfzeiten. Jansen zufolge gibt es einige Verhaltensregeln, die im Umgang mit der NPD zu beachten sind:
1) Die NPD darf nicht an Regierungen beteiligt werden.
2) Gegenüber den führenden Funktionären könne es nur eine klare Ausgrenzungsstrategie geben.
3) Mit den ideologisch verblendeten Anhängern seien Diskussionen sinnlos, gegen diese müsse mit den Mitteln des demokratischen Rechtsstaats vorgegangen werden. 4) Mit den "Sympathisanten" hingegen müsse man reden.

Wie schwierig es ist, Antworten auf die Frage nach dem richtigen Umgang mit rechtsextremistischen Aktionen zu finden, damit waren die Teilnehmer selbst konfrontiert, als in Arbeitsgruppen typische Situationen rechtsextremistischer Provokation besprochen wurden. Kontrovers diskutiert wurde beispielsweise die Frage, ob man den rechtsextremen Wortführern eine Plattform bieten oder sich jeglicher Diskussion verschließen solle. Generell, so die Mehrheitsmeinung, bringe es wenig, inhaltliche Diskussionen mit Teilnehmern zu führen, deren Weltbild hermetisch abgeriegelt und gegen Widerspruch immunisiert ist.

Die Vorstellung verschiedener Initiativen gegen Rechtextremismus eröffnete Elisabeth Wicki-Endriss (München) mit dem Projekt "Jugendfilmclubs". Dieses Projekt, das durch den Bernhard-Wicki-Gedächtnisfonds durchgeführt wird, versucht mit Hilfe ausgewählter Filme Jugendliche zu Toleranz, Integration und Verständigung anzuregen. Bereits in mehreren bayerischen Städten haben sich Schülergruppen zusammen gefunden, die außerschulisch Filmvorführungen selbst organisieren. Als Anleitung für die Vor- und Nachbereitung werden den Filmen Lehrer-Begleithefte beigegeben. Darüber hinaus komme es, so Wicki-Endriss, regelmäßig zu Gesprächen mit Regisseuren oder Schauspielern.

Die aktuelle, viel Aufsehen erregende Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung ("Vom Rand zur Mitte") wählte Chong-Sook Kang (Pädagogisches Institut München) als Ausgangspunkt, um die Notwendigkeit des Projekts "Schule ohne Rassismus - Schule für Courage" zu unterstreichen. Diese Initiative, an der bereits 20 bayerische Schulen teilnehmen, zielt darauf ab, dass sich Schülerinnen und Schüler gegen alltägliche rassistische Äußerungen und Verhaltensweisen wenden. Um das Prädikat "Schule ohne Rassismus" tragen zu dürfen, muss mindestens einmal jährlich eine Veranstaltung - egal ob Theaterstück oder Projekttag - zu diesem Thema statt finden.

Rechtsradikale Musik als Transmissionsriemen für rechtsextremistische Ideologie war das Thema von Christian Dornbusch (Fachhochschule Düsseldorf). Besonders Jugendliche stünden im Fadenkreuz der NPD-Parteiwerber, die mit ihrer "Schulhof-CD" inzwischen sehr offensiv junge Menschen angehen. Diese Werbe-CD zeigt deutlich, dass die Methoden der Rechtsextremisten zunehmend subtiler werden: In bewusster Abkehr vom rohen und brutalen "Skinhead-Stil" werden durch Liedermacher Texte, in denen beispielsweise Deutsche als Opfer dargestellt werden und klare Feindbilder konstruiert werden (Staat, Polizei, Justiz) an die Jugendlichen gebracht. Die politischen Botschaften werden den Jugendlichen vermittelt, indem vorhandene Vorurteile vertieft und in einen ideologischen Gesamtkontext gestellt werden. Politische Ansichten werden so über den scheinbar harmlosen Umweg der Musik-/Freizeitkultur transportiert.

Auf die Wirkungsweise von Parolen ging Klaus-Peter Hufer (Volkshochschule Viersen) bei der Vorstellung des Projekts "Argumentationstraining gegen Stammtischparolen" ein. Parolen, so Hufer, seien nichts anderes als "in Worten geronnene und artikulierte Vorurteile". Parolen wie "Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg" seien immer schwer zu parieren, doch "fast jede Reaktion ist besser als keine Reaktion". Auch Hufer rät dazu, wenn möglich zuerst Solidarität zu organisieren, das "Parolenspringen" nicht mitzumachen, von Pauschalierungen ("Die sind", "die haben") wegzukommen und Witz und Ironie einzubringen. Nachhaltige Wirkung zu erzielen, ist sehr wichtig, denn "ein Gespräch ist nicht vorbei, wenn es beendet ist".

Albrecht Kolthoff (freier Journalist aus Sulzbach-Rosenberg) wies darauf hin, wie wichtig es ist, Informationen über rechtsextremistische Aktionen und Akteure zu sammeln und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der "Informationsdienst gegen Rechtsextremismus redok e.V." ist ein aus privater Initiative entstandenes Internetangebot, das aktuelle Informationen bereitstellt. Derartige Informationsdienste sind vielerorts Grundlage für Initiativen gegen Rechts.

Mit viel Elan geht auch "MOBIT" (Mobile Beratung in Thüringen. Für Demokratie - gegen Rechtsextremismus) an das Problem heran. Matthias Müller (Gotha) schilderte, wie mit Hilfe von Wandtafelausstellungen oder anderen Aktionen, bei denen die Bürger direkt einbezogen werden, versucht werde, Konzepte zur Verhinderung rechter Dominanz, Handlungsoptionen oder Argumente gegen Rechts zu vermitteln. Auch die Beratung von Gewaltopfern sowie die Weiterbildung von Pädagogen stehen in der Aufgabenliste.

Dass sich die Gewerkschaften nicht aus diesem Thema heraus halten können, darauf wies Hans-Peter Killguss (Düsseldorf) vom "Verein gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus e.V.", das beim DGB Bildungswerk angesiedelt ist, hin. Unter dem Motto "Mach meinen Kumpel nicht an!" richtet sich der Verein mit einem monatlichen Newsletter, mit Beratung bei Projekten, Workshops und einem Wettbewerb von best-practice-Beispielen vorwiegend an Berufsschulen und Betriebe. So unterstützte der "Kumpelverein" z.B. ThyssenKrupp bei der Etablierung von so genannten "Kulturmittlern", die zwischen Mitarbeitern verschiedener Kulturkreise Verständnis erzeugen und Probleme beheben helfen.

Die Frage nach strukturellen Ursachen und Änderungsnotwendigkeiten warf Britta Schellenberg (Ludwig-Maximilians-Universität München) auf der Basis einer breit angelegten Studie mit dem Titel "Strategien gegen Rechtsextremismus" auf, wobei sie auch eine Reihe konkreter Handlungsempfehlungen vorstellte. Für den Medienbereich plädierte auch sie für eine kontinuierlichere Berichterstattung über Themen wie Rechtsextremismus oder auch Migration. Dabei müsse aber "Überthematisierung", so Schellenberg, "vermieden werden". Die Verwendung von Stereotypen, wie zum Beispiel springerstiefeltragende Skinheads als Symbol für rechtsextremistische Einstellungen, führten zu einer irreführenden Verengung des Problems. Nachdrücklich plädierte sie auch für eine frühere Förderung von Kleinkindern, da sich gezeigt habe, dass die geistige Basis für extremistisches Verhalten bereits in der Kindheit gelegt werde.

Im Kern, so waren sich die Teilnehmer abschließend einig, müsse es darum gehen, die Bestimmung des Klimas nicht den Rechtsextremisten zu überlassen. Man dürfe nicht zulassen, dass ganze Landstriche inzwischen bedroht sind, unter das Diktat der Rechten zu fallen. Genauso dürfe man aber nicht nachlassen, das Denken der Bürger in Richtung Demokratie, Menschenrechte und Toleranz zu lenken. Wie wichtig dies ist, zeigen immer wieder Studien über die Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger. Einig war man sich auch, dass man sich manchmal von Politikern der demokratischen Parteien alleine gelassen fühle, denn ohne den Schulterschluss aller Demokraten wird dieses Problem nicht erfolgreich zu bewältigen sein.
Manfred Schwarzmeier (Akademie für politische Bildung Tutzing)

Im Folgenden geben wir einige Hinweise, die einen vertieften Einstieg in die Materie ermöglichen sollen. Darunter sind auch zwei der Tagungsbeiträge, die uns als PDF-Dateien vorliegen.

Entwicklungstendenzen des Rechtsextremismus in Deutschland

Andreas Angerstorfer/Annemarie Dengg: Rechte Strukturen in Bayern 2005. Eine Dokumentation mit Schwerpunkt Oberbayern, Oberpfalz und Niederbayern, München 2005
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Bundesamt für Verfassungsschutz (Hrsg.): Symbole und Zeichen der Rechtsextremisten, Köln 2005

Oliver Decker/Elmar Brähler: Vom Rand zur Mitte. Rechtsextreme Einstellungen und ihre Einflussfaktoren in Deutschland, Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin 2006.
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Karin Plodeck: Politischer Radikalismus bei Jugendlichen. Möglichkeiten der Prävention an den Schulen und Erziehung zur Toleranz, München 2005.

Dieter Roth: Potential und Struktur extrem rechter Wählerschaften; in: Einsichten und Perspektiven. Bayerische Zeitschrift für Politik und Geschichte 02/2006

Dossier "Rechtsextremismus" der Bundeszentrale für politische Bildung

 

Umgang mit Rechtsextremisten

Toralf Staud: Was tun? - Eine kleine Gebrauchsanleitung für den Umgang mit der NPD; in: Regiestelle E&C der Stiftung SPI (Hrsg.): Ideologie und Strategien des Rechtsextremismus - Wie geht man als Journalist/in damit um?. Dokumentation des Werkstattgesprächs am 8. Mai 2006 in Berlin, Berlin 2006, S. 8-10.
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Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Berlin (MMBR)/[moskito] - Netzwerkstelle gegen Fremdenfeindlichkeit/apabiz - Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin e.V./Licht-Blicke - Netzwerk für Demokratie und Toleranz (Hrsg.): Wir haben die Wahl! - Empfehlungen zum Umgang mit rechtsextremen Organisationen im Wahlkampf, Berlin 2006.
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Schule gegen Rassismus

Mobile Beratung in Thüringen. Für Demokratie - Gegen Rechtsextremismus
Tagungsbeitrag von Matthias Müller

 

Jugend-Initiativen gegen Rechts

"Mach meinen Kumpel nicht an!" e.V. - Verein gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus

Netzwerk für Demokratie und Courage e.V. - ein Bündnis verschiedener Jugendorganisationen

STEP 21 - Jugendinitiative für Toleranz und Verantwortung

basta! - Mach mit - nein zur Gewalt! Plattform gegen Gewalt und Extremismus

Bernhard-Wicki-Gedächtnisfonds
Jugendkinotage
Jugendfilmclubs


Internet und Rechtsextremismus

redok e.V. - Nachrichten, Recherchen, Berichte und Dokumente zum Rechtsextremismus

Mut gegen rechte Gewalt

Verzeichnis von Initiativen gegen Rechtsextremismus im Internet

Jugendschutz


"Rechts-Rock"

Christian Dornbusch/Hans-Peter Killguss: Unheilige Allianzen. Black Metal zwischen Satanismus, Heidentum und Neonazismus, Münster 2006

Christian Dornbusch/Jan Raabe (Hrsg.): RechtsRock. Bestandsaufnahme und Gegenstrategie, Münster 2002

Argumentationshilfe gegen die "Schulhof-CD" der NPD
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Argumente gegen Stammtisch-Parolen

Klaus-Peter Hufer: Argumente am Stammtisch. Erfolgreich gegen Parolen, Palaver, Populismus, Schwalbach/Ts. 2006.
(auch über die Bundeszentrale für politische Bildung beziehbar!)


Reform der Förderprogramme gegen Rechtsextremismus und Perspektiven des Kampfs gegen Rechtsextremismus

Bertelsmann Stiftung, Bertelsmann Forschungsgruppe Politik (Hrsg.): Strategien gegen Rechtsextremismus, Band 1: Ergebnisse der Recherche, Gütersloh 2005.

Viola B. Georgi/Hauke Hartmann/Britta Schellenberg/Michael Sebericht (Hrsg.): Strategien gegen Rechtsextremismus, Band 2: Handlungsempfehlungen für Politik und Praxis, Gütersloh 2005.

Homepage des neuen Förderprogramms "Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" 

Konzeptpapier

Leitlinien für die Förderung von Lokalen Aktionsplänen im Rahmen integrierter lokaler Strategien
Download 

Wolfgang Pohl: Verliert die Zivilgesellschaft? - Neue Bundesprogramme gegen Rechts 

Tagungsbeitrag von Britta Schellenberg 


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11.11.2006

PPP - Zauberformel oder Scheinlösung?

Private Public Partnership in der Kommune

 

Grundlagen - Projekte - Perspektiven

PPP: Keine Zauberformel, sondern bestenfalls Einzelfall-Lösung

PPP-Projekte - das machten alle ReferentInnen sehr deutlich - sind keine Patentlösung für die Finanzprobleme der Kommunen. Nur Kommunen, die sich auch Investitionen in der herkömmlichen Weise leisten könnten, sind in der Lage, auf PPP zurückzugreifen. Denn auch mit PPP ist eine langfristige - allerdings sehr transparente - finanzielle Belastung verbunden.

Deshalb gilt: In jedem Einzelfall muss sorgfältig geprüft werden, ob PPP angewendet werden kann und wirtschaftlich günstiger ist als eine herkömmliche Investitionsfinanzierung.

Die im Seminar vorgestellten Beispiele - ein bereits realisiertes aus dem Bereich Sport und Freizeit und ein in der Planung befindliches aus dem Bereich Schulsanierung - verdeutlichten und veranschaulichten diese Einschätzung. Beide Beispiele zeig-ten auch, wie komplex die rechtliche und planerische Materie ist und wie groß die Anforderungen an die durchführenden Verwaltungen sind. 

Wir stellen Ihnen die Vorträge und Präsentationen als PDF-Dateien zur Verfügung:

Dr. Busso Grabow, Deutsches Institut für Urbanistik
Überblick über PPP-Projekte in Deutschland
Präsentation

Helge Pols, PPP Task Force im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung
Rechtliche Grundlagen und Rahmenbedingungen für PPP im Bund
Präsentation

Gabriele Engel, Ministerialrätin, Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern
PPP im staatlichen und kommunalen Hochbau in Bayern
Präsentation

Albrecht Müller, Stadtoberbaurat, Hochbauamt Stadt Freiburg
Schulsanierung in Freiburg mit PPP
Präsentation

Hubert Buhl, 1. Bürgermeister, Sonthofen
Kurz- und Familienfreizeitbad Sonthofen
Text und Präsentation

 



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11.10.2006

Stadt und Region im Umbruch

Handlungsmöglichkeiten - Gestaltungsoptionen - Modellprojekte

Städte, Gemeinden und ganze Regionen stehen vor einem tiefgreifenden Wandel: Wirtschaftsstrukturen befinden sich im Umbruch, die Folgen des demographischen Wandels werden spürbar, die - "gefühlte" oder tatsächliche - Standortkonkurrenz als Folge der Globalisierung erfordert Reaktionen, soziale Segregationserscheinungen müssen bearbeitet werden - und das alles vor dem Hintergrund leerer Kassen. Stadt- und Regionalplanung müssen sich diesen Herausforderungen stellen - auf allen räumlichen Ebenen.

Unsere Tagung versuchte, Antworten auf diese komplexen Fragen zu finden, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen und Anregungen zu geben. Anhand von konkreten Projekten und Modellvorhaben wurde die Fülle von Gestaltungsmöglichkeiten dargestellt, die Kommunal- und Regionalpolitik auch heute - unter zugegebenermaßen schwierigen Bedingungen - noch hat.

Wir dokumentieren die Beiträge der Tagung als PDF-Dateien.

Rainer Bohne, Dipl.-Ing. Stadt- und Regionalplanung, Geschäftsführer SRL, Berlin
Die Gestaltung der schrumpfenden Stadt - ein Überblick
Vortragstext und Tabellen

Ostthüringen - Anpassungsstrategien für ländliche Regionen mit starkem Bevölkerungsrückgang

Christoph Bachmann, FB Stadtplanung, Stadtentwicklung und Landschaftsplanung, Stadt Borken
Schwalm-Eder-West - eine heterogene Region baut um
Präsentation

Stefanie Rohbeck, Fachbereich Zentrale Verwaltung und Stadtentwicklung, Dietzenbach
Dietzenbach 2030 - definitiv unvollendet
Präsentation und Vortragstext

Hans-Dieter Weber, IBA-Koordinator, Merseburg
Merseburg: neue Milieus - neue Chancen
Präsentation

Heike Brückner, Landschaftsarchitektin, IBA-Büro, Dessau
"Zukunft hat in Dessau Tradition"
Präsentation

Heike Wohltmann, plan-werkStadt, Bremen
Wilhelmshaven - Kooperation beim Stadtumbau
Präsentation

Dr. Albrecht Göschel, langjähriger DIFU-Mitarbeiter, Berlin
Konsequenzen für die kommunale Planungspraxis
Impulsreferat


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SRL - Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung


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Tagung



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11.09.2006

Alt - agil - aktiv!

Leben und Wohnen im Alter

Deutschland wird älter - daran besteht kein Zweifel. Es wird mehr alte Menschen geben, darunter viele Hochbetagte, aber auch "Senioren und Seniorinnen", die agil, fit und unternehmungslustig sind. Leben und Wohnen im Alter - das wird in Zukunft vielfältig und facettenreich sein. Das klassische Alten- und Pflegeheim ist für die wachsende Gruppe älterer Menschen in Deutschland keine attraktive Zukunftsaussicht. Die meisten wollen auch im hohen Alter möglichst selbstbestimmt leben und wohnen, am besten in den eigenen vier Wänden.

Unsere Tagung beschäftigte sich mit den verschiedenen alternativen Wohnformen und stellt konkrete Praxismodelle vor, die den individuellen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gerecht werden wollen. 

Wir dokumentieren die uns vorliegenden Beiträge der Tagung als PDF-Dateien.

Holger Adolph, Deutsches Zentrum für Altersfragen, Berlin
Unser Bild des Alters - Lebensformen im Wandel
Präsentation und Vortragstext

Andrea Rau, Institut für Mobilität & Verkehr (imove), TU Kaiserslautern
mobil & barrierefrei - Altsein im öffentlichen Raum
Präsentation

Heike Skok, Dipl. Soz.
Alter(n) und Geschlecht
Präsentation

Sonja Thiele, SIMBA, Germering
Betreutes Wohnen
Präsentation

Klaus Wuttig, Seniorenforschungsgruppe SENTHA, TU Berlin
Senioren und Technik
Präsentation

Petra Hüttner, Senioren- und Stiftungsamt, Regensburg
Füreinander und Miteinander Miteinander - Engagement im Alter
Präsentation

Rudi Schmid-Geiger, Dipl.-Sozioalpädagoge, Stadt Amtzell
Jung und Alt gemeinsam
Präsentation

Marita Gerwien, Seniorennetzwerk, Stadt Arnsberg
Engagement im Alter: konkret
Präsentation





 


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Akademie für Politische Bildung Tutzing


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Tagung



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08.07.2006

Sozialraumorientierung in der Jugendhilfe - eine Eier legende Wollmilchsau?

Sozialraumorientierung rückt seit einigen Jahren immer stärker in den Mittelpunkt der Diskussion als das geeignete Instrument für die Jugendhilfe. Dabei sind mit dem Konzept viele Erwartungen verbunden. Hierzu gehören:

  • eine mit dem Stadtteil verbundene Erziehungshilfe, die die Ressourcen des Stadtteils sieht, entwickelt und für den Adressaten/die Adressatin eine integrative Leistung erbringt;
  • die Entwicklung von Hilfsangeboten, die keinen Wechsel der Trägerzuständigkeit nötig machen und möglichst in Regeleinrichtungen stattfinden und somit eine Ausgliederung der Kinder und Jugendlichen aus ihrem Umfeld vermeiden.

Damit verbunden sind aber auch Hoffnungen, dass mit den verwendeten Finanzierungsinstrumenten neben den fachlichen Zielen auch eine Kostendämpfung bei den ansonsten ständig steigenden Jugendhilfeausgaben verbunden ist.

Infos zum Seminar als Download-Angebot

Zwei ausführliche Aufsätze, die das Themenspektrum unseres Seminars gut abdecken, können wir Ihnen als unentgeltliches Downloadangebot zur Verfügung stellen.

Wolfgang Budde & Frank Früchtel: Sozialraumorientierte Soziale Arbeit - ein Modell zwischen Lebenswelt und Steuerung (ca. 100 KB)

Wolfgang Budde, Frank Früchtel, Maria Klausner, Gerd Rose, Heinz Schätzel, Ulrike Stehle: Sozialraumorientierte Jugendhilfe in Rosenheim - eine Stadt macht sich auf den Weg (ca. 100 KB)


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Seminar



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12.05.2006

Energie in der Kommune

Effizient - dezentral - regenerativ !

 

Kommunalpolitischer Kongress

Energie der Zukunft: effizient und erneuerbar

Ein Umsteuern in der kommunalen Energiepolitik nützt nicht nur der Umwelt, sondern auch der lokalen Wirtschaft

Die Tage von Uran, Kohle, Erdöl und Erdgas sind gezählt, deshalb muss Energie effizient genutzt und baldmöglichst auf der Basis erneuerbarer Energiequellen erzeugt werden. Das war das Fazit einer energiepolitischen Tagung, zu der sich am vergangenen Wochenende mehr als 70 Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker auf Einladung des GRIBS-Bildungswerks und der Petra-Kelly-Stiftung im Bildungshaus der Karmeliten in Bamberg trafen. Die vorwiegend grünen und grünnahen Kreis-, Stadt-, und Gemeinderäte lernten dabei vorbildliche Energieprojekte aus ganz Deutschland kennen.

Das ausführliche Auftaktreferat hielt MdB Hans-Josef Fell, energiepolitischer Experte der grünen Bundestagsfraktion. Er stellte die weltweiten Zusammenhänge der Energieträger dar, ebenso wie die Situation in Deutschland und die Möglichkeiten der zukünftigen Energieerzeugung. Er berichtete, dass derzeit die nachwachsenden Rohstoffe einen ernormen "Aufwind" erfahren; z.B. werden vermehrt "Plastik"-Tüten aus Maisstärke verwendet, diese sind zudem auch noch lt. der Verpackungsverordnung DSD-gebührenfrei. Aufgrund des ständig steigenden Ölpreises werden immer mehr Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung oder mit regenerativen Energien wirtschaftlich. Dem kann sich auch kein Kreis-, Stadt- oder Gemeinderat mehr entziehen. Hans-Josef Fells Empfehlung: früher abgelehnte Anträge zu erneuerbaren Energien und Effizienzanlagen mit aktuellen Primärenergiepreisen durchrechnen lassen! So kann aufgezeigt werden, dass der Rat mit seiner damaligen Ablehnung der Gemeinde großen Schaden zugeführt hat (Steuergelder)!

Die Folien aus dem Vortrag "Erneuerbare Energien als Chance und Aufgabe" und weitere Informationen sind auf der Homepage von Hans-Josef Fell zu finden.

Der Landkreis Fürstenfeldbruck will bis zum Jahr 2030 vollkommen energieautark sein und sich nur mit nachwachsenden Energien aus der Region versorgen. Dieses Ziel sei - wie Birgit Baindl von der lokalen Initiative "Ziel 21" berichtete - nicht nur aus umweltpolitischen Gründen formuliert worden, sondern weil der Einkauf von Öl, Gas und Kohle der Region extrem viel Kaufkraft entziehe. "Durch die Versorgung mit erneuerbaren Energien aus dem Landkreis bleibt die Wertschöpfung in der Region und gleichzeitig können viele neue Arbeitsplätzen geschaffen werden", betonte Baindl.

Präsentation als PDF-Datei

Joachim Lorenz, berufsmäßiger Stadtrat und Referent für Gesundheit und Umwelt in München, schilderte die Erfolge der Landeshauptstadt beim Klimaschutz. Ein Ämter übergreifendes kommunales Energiemanagement, gezielte Energie- und Förderberatung, eine intensive Öffentlichkeitsarbeit der Stadt sowie spezielle Münchner Förderprogrammen tragen dazu bei, die Klimaschutzziele zu erreichen. "Das nützt nicht nur der Umwelt, sondern entlastet auch den städtischen Haushalt spürbar", weshalb, wie Lorenz ausführte, neuerdings auch der Münchner Kämmerer die Energiesparprogramme finanziell unterstütze.

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Kommunale Stadtwerke können zum Motor für Energiesparen und erneuerbare Energien werden und wirtschaftlich erfolgreich sein, wenn sie - wie beispielsweise die Stadtwerke Schwäbisch Hall - ihre gesamte Firmenphilosophie und ihre Tätigkeitsfelder genau darauf ausrichten. Das konnte Dipl.-Ing. Johannes van Bergen, Geschäftsführer der Stadtwerke Schwäbisch Hall GmbH, seinen Zuhörern mit einer Vielzahl von Beispielen vermitteln. Es sei für vorausschauend handelnde Stadtwerke betriebswirtschaftlich zwingend notwendig, die erneuerbaren Energien zu fördern und die Energie in Form von Kraft-Wärme-Kopplung effizient einzusetzen, weil in einigen Jahren Erdgas und Erdöl nicht mehr zu bezahlbaren Preisen vorhanden seien. Schwäbisch Hall setzt deshalb bewusst und wirtschaftlich erfolgreich auf den verstärkten Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung, das wachsende Angebot von Contracting-Leistungen, den Einsatz von Netzleittechnik und die Investition in erneuerbare Energien.

Präsentation als PDF-Datei

Wie es einer Gemeinde schon heute möglich ist, ihren gesamten Bedarf an Strom und Wärme durch erneuerbare Energien zu decken, erläuterte Volker Ruwisch, Projektmitarbeiter beim Bioenergiedorf Jühnde (Niedersachsen). Strom und Wärme werden dort vollständig mit vor Ort erzeugtem Biogas und aus Holzhackschnitzeln der örtlichen Wälder erzeugt. "Das schafft nicht nur ein sicheres Einkommen für die ortsansässigen Landwirte, sondern auch sichere und kalkulierbare Energiepreise sowie Versorgungssicherheit und fördert nicht zuletzt die Dorfgemeinschaft", fasste Ruwisch zusammen.

Weitere Informationen zum Bioenergiedorf Jühnde:
Homepage Jühnde
Homepage Forschungsprojekt zum Bioenergiedorf an der Uni Göttingen
Präsentation als PDF-Datei (7 MB)

Wolfgang Böhm von der Energieagentur Oberfranken zeigte auf, welches Energiesparpotenzial vor allem in kommunalen Liegenschaften besteht. "Leider werden diese Potenziale noch viel zu wenig genutzt, obwohl man hier oft mit geringem finanziellen Aufwand sehr große Erfolge erzielen kann", betonte Böhm. Die Energieagentur Oberfranken hilft den Kommunen, aber auch Privatpersonen und Gewerbebetrieben, diese Einsparpotenziale aufzufinden und zu realisieren.

Weitere Informationen:
Homepage Energieagentur Oberfranken

Die Exkursion zum Dom durch die Altstadt Bambergs brachte es ans Tageslicht: der mit vielen denkmalpflegerischen Auflagen belegte Dom wird mit Hilfe intelligenter Nutzung mit Wärme, Frischluft und geregelter Feuchtigkeit für den Sandstein versorgt. Ein kleiner Dachs (BHKW 5,5 el von Senertec, Schweinfurt) liefert Wärme und Strom, eine computergeregelte Anlage fühlt die benötigte Feuchtigkeit ab und pustet diese bei Bedarf ins Innere des mittelalterlichen Gebäudes. Interessant: die Erzdiözese Bamberg hat einen Beschluss gefasst, dass bei anstehenden Sanierungsmaßnahmen 50 Prozent CO2-Einsparung erreicht werden muss.

 


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11.02.2006

Gute Politik braucht gute PolitikerInnen

Politische Personalentwicklung Notwendigkeit, Grundlagen, Perspektiven

Systematische Personalentwicklung in der Politik ist überfällig!

Die Notwendigkeit systematischer Personalentwicklung in der Politik konnte das Seminar verdeutlichen. Es gab vielfältige Anregungen für die konkrete Arbeit "vor Ort". Die Referate und Präsentationen des Seminars stehen als PDF-Dateien zum unentgeltlichen Download breit:

Dr. Andreas Osner
"Politik kann nur so gut sein, wie die Menschen, die sie machen!"
Was politische Personalentwicklung ist und wozu wir sie brauchen
Präsentation als PDF-Datei (ca. 3,3 MB)

Robert Heinrich
Politischen Nachwuchs gewinnen und fördern - Ein Überblick am Beispiel von Bündnis 90/DIE GRÜNEN
Präsentation als PDF-Datei (ca. 40 KB)

Peter Gack
Aktive pflegen, motivieren, qualifizieren - Eckpunkte kontinuierlicher politischer Personalentwicklung
Vortragsmanuskript als PDF-Datei (ca. 40 KB)

Dr. Gerd Rudel
Kontinuität sicherstellen und Kompetenz weitergeben. Wenn Vorstände wechseln und Stadträte ausscheiden...
Vortragsmanuskript als PDF-Datei (ca. 240 KB)

"Markt der Möglichkeiten"
Arbeitsergebnisse als PDF-Datei (ca. 15 KB)

ReferentInnen

Dr. Andreas Osner , Bertelsmann-Stiftung

Robert Heinrich, Mitarbeiter Bundesgeschäftsführung Bündnis 90/DIE GRÜNEN

Peter Gack, GRIBS-Geschäftsführer

Dr. Gerd Rudel, Bildungsreferent, Petra-Kelly-Stiftung



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09.12.2005

Zeitbombe Bevölkerungsschwund

Probleme - Perspektiven - Handlungsmöglichkeiten

Demografie-Tagung:

Die demografische Herausforderung

Experten diskutierten Probleme, Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten

Kein Zweifel: Das Thema "Demografischer Wandel" nimmt im öffentlichen Diskurs immer mehr an Fahrt auf. So gab nur wenige Tage vor der Tutzinger Veranstaltung, die in bewährter Zusammenarbeit mit der Petra-Kelly-Stiftung durchgeführt wurde, Bundespräsident Horst Köhler in Berlin den Startschuss für eine Veranstaltungsreihe zu diesem Thema. Den Zustand zu analysieren, Zukunftsperspektiven zu erörtern sowie Handlungsspielräume auszuloten, darin bestanden die Ziele dieser Tagung, für die wir Wissenschaftler und Praktiker als Referenten gewinnen konnten, die die deutsche Diskussion nicht nur kennen, sondern maßgeblich mitbestimmen. Thema wie Renommee der Referenten hat-ten unten anderem viele Medienvertreter (WDR, MDR, Deutschlandfunk, Spiegel, Südwest-Presse sowie weitere Printmedien) veranlasst, zu dieser Tagung nach Tutzing zu kommen.

So vielschichtig die Ursachen für den Bevölkerungsrückgang und die Verschiebung der Altersverteilung sind, so komplex gestalten sich auch die daraus resultierenden Folgen. Gesellschaftliche Werteverschiebung in Richtung Individualisierung und Priorisierung materieller Werte, zunehmende zwischenmenschliche Bindungsflexibilität und (geforderte) Mobilität im Berufsleben führen dazu, dass sich immer weniger Frauen und Männer für Kinder entscheiden. Andererseits folgt aus der ständig sich verbessernden gesundheitlichen Versorgung eine längere Lebenserwartung. Die Altersgruppe "60 plus" wächst, während die Kindergeneration schrumpft. Die Folgen dieser Entwicklung sind fatal: Die sozialen Sicherungssysteme - Rentenversicherung wie Gesundheitssystem - scheinen ohne einschneidende Reformen in ihrer Existenz gefährdet. Der Generationenvertrag, installiert in einer Zeit, in der allgemein von konstanten Geburtenraten und Wirtschaftswachstum ausgegangen wurde, funktioniert so nicht mehr. Wohnformen ändern sich, Kleinfamilie und Senioren-Wohngemeinschaft ersetzen Großfamilienstrukturen.

Wie reagieren Politik und Wirtschaft auf diese Herausforderungen? Was erwartet die Kommunen, wenn es immer weniger und immer ältere Einwohner gibt? Ist der Bevölkerungsschwund tatsächlich eine unerbittlich tickende "Zeitbombe", die nicht mehr "entschärft" werden kann?

Herwig Birg (Universität Bielefeld) brachte die demografischen Zukunftsaussichten unserer Gesellschaft mit dem Satz "Die deutsche Bevölkerung schrumpft und altert." auf den Punkt. Drei Trends, so der Bevölkerungsforscher, seien für diese Entwicklung verantwortlich:
1) Das Fortpflanzungsverhalten: Frauen bekommen schon seit geraumer Zeit zu wenig Kinder. Auffallend sei dabei einerseits, dass es immer mehr Frauen gebe, die überhaupt keine Kinder hätten. Andererseits würden vor allem Frauen mit Zuwanderungshintergrund in Deutschland Kinder gebären und damit die Statistik nicht noch schlechter aussehen lassen.
2) Sinkende Mortalität: Kinder, die im Jahr 2000 geboren wurden, haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 100 Jahren, Tendenz steigend. Zukünftig, so Birg, werde es also immer mehr alte und sehr alte Menschen und immer weniger Junge in unserer Gesellschaft geben. Im Jahr 2100 werde auf jeden Über-65ig-Jährigen nur mehr einer kommen, der jünger sei und dessen Rente finanzieren müsse.
3) Migration: Im Gegensatz zur öffentlichen Wahrnehmung spielt Einwanderung für die demografische Struktur Deutschlands eine bedeutende Rolle. Der über lange Jahre positive Wanderungssaldo schwächte bisher die Tendenzen der Bevölkerungsschrumpfung und -alterung erheblich ab.

Ohne Veränderungen der sozialen Sicherungssysteme wäre deren Kollaps vorprogrammiert: Im Falle der Fortschreibung der aktuellen Rentenbeiträge würde das Rentenniveau 2050 auf circa. 30 % sinken. Würde man das Rentenniveau beibehalten, müsste im Gegenzug der Beitragssatz zur Rentenversicherung 2050 auf etwa 47 % der Löhne steigen. Bei den Kranken- und Pflegekassen sei u.U. eine noch drastischere Entwicklung abzusehen. Stark steigende Beitragssätze und gleichzeitige massive Leistungskürzungen wären unabwendbar.

Die mögliche Ursachenbekämpfung wurde in den 70er und 80er Jahren verschlafen. Jetzt gehe es Birg zufolge lediglich noch um die Frage, auf welche Schultern die Lasten verteilt werden sollen: "Es ist die Wahl zwischen Pest und Cholera!" Er formulierte aber auch einige Vorschläge, um die Konsequenzen etwas abzumildern, darunter familienpolitische Maßnahmen wie die Einführung des Familienwahlrechts oder eine drastische Anhebung der Unterstützungsleistungen für Familien und Kinder. Am notwendigsten, so Birg, sei aber eine gesellschaftliche Bewusstseinsänderung: "Das Leben sollte als empfangenes Geschenk empfunden werden mit der Verpflichtung, es an nachfolgende Generationen weiterzugeben."
Weitet man den Blick auf weitere Industrieländer, so ist festzustellen, dass eine Reihe von Ländern bereits frühzeitiger begonnen haben, steuernd auf den demografischen Wandel einzuwirken.

Ole Wintermann, Mitarbeiter im Projekt "Aktion demographischer Wandel" der Bertelsmann Stiftung identifizierte drei Strategien:
1) Wertestrategie: Hierbei werden in einer allgemein gehaltenen Erklärung die Probleme der demografischen Entwicklung aufgezeigt und die Verantwortung für die zukünftigen Generationen betont. Die Politikziele werden entlang dieser Maßstäbe ausgerichtet. Zur Kontrolle wird ein Gremium installiert. So wurde beispielsweise in Israel die "Commission for Future Generations" und in Ungarn ein "Ombudsman for Future Generations" eingerichtet.
2) Eine die Gesellschaft einbeziehende Gesamtstrategie: Neben Schweden, Korea, Australien wird diese Idee in Kanada verfolgt. Konkret wurden dort im "National Framework on Ageing" zuerst Leitbild und Prioritäten definiert. Darüber hinaus wurde die Kommunikation zwischen Altersforschung und Politik verstärkt und ein Sekretariat für Demografie an das Kabinett angeschlossen. Auch sollen die Bürger mehr an Zukunftsentscheidungen beteiligt werden, was bei der Rentenreform 1997 bereits erfolgreich praktiziert wurde.
3) Strategien, die bestimmte Politikfelder betreffen: Ein Beispiel hierfür ist die Rentenreform in Finnland. Sie zielte auf eine Anhebung des Renteneintrittsalters. Der Rentenzugang wurde flexibel zwischen 62 und 68 Jahren mit jeweiligen Zu- bzw. Abschlägen geregelt. Des weiteren wurde ein Lebenserwartungsfaktor eingeführt, der die tatsächliche Höhe der monatlichen Rente bestimmt.

Franz Ruland (München), ehemaliger Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Rentenversicherer (VDR), identifizierte für den Bereich Rentenversicherung die Verlängerung der Rentenlaufzeiten als Kernproblem. Betrugen diese 1960 noch 9,9 Jahre, so waren es 2004 bereits 17 Jahre - eine Steigerung um 70 %! "Trotz vieler bereits gemachter Hausaufgaben," so Ruland, "wird das Rentenniveau bis 2030 um ca. 17 % abnehmen." Unbestreitbar sei aber auch, dass die Versicherten - auf den Durchschnitt der Lebenserwartungen hin gesehen -, mehr heraus bekommen, als sie während ihres Einzahlungszeitraums einbezahlen. Die Rendite werde 2030 voraussichtlich bei 3 % liegen.

Wie die Kommunen mit dem demografischen Wandel umgehen, behandelten Susanne Tatje, Projektbeauftragte Demografische Entwicklungsplanung in Bielefeld sowie Martin Spangenberg vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Bonn. Tatje zufolge gibt es keine Patentrezepte, zu unterschiedlich seien Städte und Regionen strukturiert. Am Beispiel Bielefelds führte sie aus, wie der demografische Wandel bei kommunalen Belangen an Bedeutung gewinnt. So stand am Anfang die Einrichtung einer Stabsstelle "Demografischer Wandel", deren Aufgabe es war, ein kommunales Handlungskonzept zu entwickeln. Nach einer Bestandsaufnahme wurden sechs Handlungsfelder formuliert: Familienpolitik, Wirtschaftsförderung, Migration-Integration, Wissensstadt, Stadterneuerung-Stadtentwicklung sowie Alten- und Gesundheitspolitik. Tatje verwies darauf, dass die Umdenkprozesse innerhalb der Dezernate langwierig seien. Dies habe sich auch besonders bei der mangelhaften Zusammenarbeit zwischen Bielefeld und den umliegenden Kommunen gezeigt.

Neueste Daten aus dem Raumordnungsbericht 2005 stellte Martin Spangenberg vor. Dabei wurde sehr deutlich, dass sich auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten massive Bevölkerungsverschiebungen ergeben werden. So zeigen Prognosen, dass die Abwanderungswelle aus den ostdeutschen Bundesländern in Richtung Alt-Bundesländer abgesehen von wenigen Landstrichen weiterhin anhalten werde. Auch er betonte, dass die Erkenntnisse der auf Landkreise bezogenen Bevölkerungsverteilung bei den Verantwortlichen vor Ort immer noch viel zu wenig berücksichtigt würden. So werde viel zu oft am zukünftigen Bedarf vorbei geplant. Schon in den vergangenen 40 Jahren hat eine nahezu gleich bleibende Zahl von Menschen immer mehr Fläche verbraucht. Hier sei Umdenken dringend nötig. 
Für Bayern stellte Reinhold Koch (München) die Lage dar. Die Bevölkerung Bayerns, so Koch, sei jünger als der deutsche Bevölkerungsdurchschnitt. Die Ursache hierfür liege aber nicht in der ausgeprägteren Gebärfreudigkeit, sondern in Wanderungsgewinnen, vor allem aus den neuen Bundesländern. Dieser Faktor führe aber lediglich dazu, dass sich die Alterung verlangsame.

"Vor allem deutsche junge Männer", so Hans Bertram (Berlin), "verweigern immer häufiger die Gründung einer Familie." Besonders in "modernen" Berufen begreifen Männer wie Frauen zunehmend Partnerschaft und Nachwuchs nicht mehr als "hilfreich". "Wir haben uns der Arbeitswelt angepasst - und darüber vergessen, dass für eine Gesellschaft auch noch andere Leistungen nötig sind, die man mit dem Begriff 'Care' beschreiben könnte", so Bertram. Was wir auf der individuellen Ebene begrüßen (zunehmende Lebenserwartung, mehr Lebensgestaltungsoptionen junger Frauen) stellt uns auf der gesamtgesellschaftlichen Ebene vor immense Probleme. Hinzu komme, so der Familienforscher, dass das Subsidiaritätsmodell am Kippen sei: intrafamiliäre Unterstützungsbereitschaft sinke in dem Maße wie die Erwartung gegenüber dem Fürsorgestaat steige. Bertram plädierte für neue Zeitmodelle. Berufsverläufe von Frauen und Männern müssten so konstruierbar sein, dass "etwas anderes machen" nicht gleichbedeutend sei mit Unterbrechung der Erwerbsbiographie. Ansätze wie das Elterngeld seien deshalb zu begrüßen, reichten aber bei weitem nicht aus.

"Bildung", so Meinhard Miegel (Bonn), "ist vor allem anderen verantwortlich für diesen fundamentalen kulturell-zivilisatorischen Wandel, der die jüngere Entwicklung des Menschen charakterisiert. Die sich immer mehr steigernde Lebenserwartung sei eine Folge dieses 'Lebens in einer durch und durch künstlichen Welt.'" Miegel zitierte Ursula Lehr, Familienminis-terin zwischen 1988 und 1991 und Altersforscherin, die dieses Problem einmal so beschrieb: "In diesem Land lässt nicht nur die Geburtenfreudigkeit, sondern auch die Sterbefreudigkeit erheblich zu wünschen übrig!" Der Begriff "Wandel", so Miegel, bedeute in den westlichen Ländern derzeit Kontraktion, im Weltmaßstab aber Expansion. Dabei sei aber klar, dass mit zunehmender Bildung im weltweiten Maßstab die Entwicklung der Menschheit den Weg nehmen werde, den die Bevölkerungen der westlichen Industrieländer bereits heute beschrei-ten. "Die deutsche Gesellschaft hat das Humankapital gegen das Realkapital getauscht." Miegel äußerte die Befürchtung, dass sich daran solange nichts ändern werde, solange wir eine so ökonomiefokussierte Gesellschaft haben. Der einzige Ausweg sei die Rejustierung der Gesellschaft auf den Zielpunkt: "Wiederentdeckung des Kindes!"
Agnes Becker / Manfred Schwarzmeier, Akademie für Politische Bildung Tutzing


Elisabeth Niejahr beschreibt in ihrem Buch "Alt sind nur die Anderen. So werden wir leben, lieben und arbeiten" auf den Seiten 157 und 158 eine Wohnsiedlung in Köln, die als Vorbild dienen könnte:
"32 Parteien haben sich in der Wohnanlage "Mobilé" eingerichtet - junge Familien, allein erziehende Mütter und Alleinstehende im Rentenalter. Ungefähr ein Drittel der Bewohner sind Ruheständler. Viele wohnen zur Miete in preiswerten, aber hellen und modernen Sozialwohnungen, andere haben ihre Wohnungen gekauft. Die Innenstadt ist nah und gut durch öffentliche Verkehrsmittel zu erreichen, die meisten Älteren haben deshalb ihre Autos abgeschafft. Der ganze Wohnblock ist mit Rücksicht auf alte Menschen gebaut, mit breiten, rollstuhlgerechten Fahrstühlen und geräumigen Badezimmern. Es gibt einen Gemeinschaftsraum, der gemietet werden kann und für gemeinsame Treffen offen steht, außerdem ein Stadtteilca-fé. Der Umgang miteinander lässt sich vielleicht mit einer gut funktionierenden Dorfgemeinschaft vergleichen. Man hilft einander aus - die Älteren hüten gelegentlich die Kinder von nebenan, die Jüngeren schleppen dafür schwere Einkaufstaschen oder bringen im Rentnerhaushalt Gardinenhaken an. Mehr als eine überdurchschnittliche Hilfsbereitschaft und Aufgeschlossenheit wird nicht verlangt. (...) Das Zusammenleben in der Kölner Hausgemeinschaft wirkt unkompliziert, vermutlich taugt sie gerade deswegen als Modell für die Altengesellschaft von morgen: Man braucht weder Geld noch Glück, noch Beziehungen oder gar Wohngemeinschaftserfahrung, um mitzumachen. Das Attraktivste am Wohnprojekt in Köln-Weidenpesch ist seine Normalität."

Zahlreiche Materialien zum unentgeltlichen Herunterladen!

Dr. Ole Wintermann: Zeitbombe Bevölkerungsschrumpfung? - Erfahrungen und Entwicklungstendenzen der europäischen Nachbarn
Powerpoint-Präsentation als PDF-Datei (ca. 2,5 MB

Prof. Dr. Franz Ruland: Demografischer Wandel als Herausforderung für die Rentenversicherung
Powerpoint-Präsentation als PDF-Datei (ca. 450 KB)

Martin Spangenberg: Herausforderungen des demografischen Wandels für die Sicherung der Daseinsvorsorge
Powerpoint-Präsentation als PDF-Datei (ca. 8,1 MB)

Zahlreiche Beispiele und Grundlagenmaterial zum Vortrag von Martin Spangenberg finden sich in der vom Bundesamt für Bauwesen und Raumornung herausgegebenen Broschüre "Öffentliche Daseinsvorsorge und demographischer Wandel".
Broschüre im PDF-Format (ca. 3,2 MB)

Prof. Dr. Hans Bertram: Brennpunkt Familie - Steuerungsversuche und Reformvorschläge
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Dr. Reinhold Koch: Der demographische Wandel in Bayern - Unterschiede und Gemeinsamkeiten
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21.10.2005

Die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Deutschland Rechtliche Grundlagen - Stand - Perspektiven

Die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), die bereits Ende 2000 in Kraft getreten ist, wird die gesamte Wasserpolitik auf eine neue Grundlage stellen. Der nachhaltige Umgang mit dem Wasser steht dabei im Mittelpunkt - egal, ob es um den Gewässer- und Hochwasserschutz, die Wasserversorgung oder die Abwasserentsorgung geht. Bis wann die Ziele erreicht und welche Schritte dafür unternommen werden müssen, ist detailliert festgelegt. Unser Fachseminar informierte über die neue rechtliche Grundlage der Wasserpolitik, skizzierte den Stand ihrer Umsetzung in Deutschland und im Freistaat Bayern und thematisierte speziell die Folgen der WRRL für die Kommunen.

Alle Vorträge liegen als PDF-Dateien vor

"EU-Wasserrahmenrichtlinie: Inhalt und Stand der Umsetzung in Deutschland"
Hans-Peter Ewens (ca. 440 KB)

"Folgen der WRRL für die Kommunen"
Werner Schmid (ca. 100 KB)

"Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie: Bestandsaufnahme in Bayern"
Jens Jedlitschka (ca. 2,7 MB)

"Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie in Bayern aus Sicht des LBV"
Ulrike Lorenz (ca. 2,7 MB)

"Partizipation im Umsetzungsprozess der Wasserrahmenrichtlinie - Anforderungen und Umsetzungsmöglichkeiten "
Inga Lutosch (ca. 170 KB)

 


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