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Verfasst am: 06. 04. 2009 [14:34]
mitreder
Themenersteller
Dabei seit: 06.04.2009
Beiträge: 2
Neben allen sicherlich negativen Begleiterscheinungen der Finanz- und Wirtschaftskrise sollte aber auch nicht vergessen werden, dass damit ein sehr positiver "Reinigungseffekt" einhergeht: Ganze Branchen, die sich seit Jahren mit "billigem Geld" über Wasser gehalten und notwendige Veränderungen verzögert haben, sind nun zum Handeln gezwungen: Die Autoindustrie baute in den vergangenen Jahren immer mehr Kapazitäten auf, obwohl bereits enorme Überkapazitäten bestehen und in der Chipindustrie hatte man sich offenbar schon daran gewöhnt, dass Verluste normal sind. Die Liste ließe sich fortführen. Durch das Versiegen der stetigen Refinanzierungsquellen rücken nun offenbar doch wieder ein paar betriebswirtschaftliche Grundsätze ins Bewusstsein, so z.B. dass Märkte nicht ewig wachsen können oder die Ausgaben nicht dauerhaft über den Einnahmen liegen sollten. Schade nur, dass es für diese Erkenntnisse offenbar immer externe Anstöße braucht wie sie derzeit die Finanzkrise liefert ...
Verfasst am: 16. 04. 2009 [22:17]
Amberger
Dabei seit: 16.04.2009
Beiträge: 2
Kurze Frage: was ist billiges Geld? ich hoffe es ist nicht das Geld gemeint, das man gerade besichert. Dieses Geld ist deshalb billig, weil die Inflation täglich für einen arbeitet. Aber nur dann, wenn man mit Euros kommt. Wenn man den gesamten Standort in einem Land mit billigem Geld hat, dann wird das Geld sehr teuer....

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 16.04.2009 um 22:19.]
Verfasst am: 16. 04. 2009 [22:43]
Amberger
Dabei seit: 16.04.2009
Beiträge: 2
Mir fällt gerade ein, es wird nur dann teuer, wenn man gerade keine lokale Währung hat, denn solange man nicht wechselt bleibt natürlich alles stabil.
Verfasst am: 17. 04. 2009 [12:21]
mitreder
Themenersteller
Dabei seit: 06.04.2009
Beiträge: 2
Das habe ich in der Tat missverständlich ausgedrückt: "Billiges Geld" meint den Wortsinn, dass das Geld zu billig war - und der Preis für Geld sind die Zinsen. In den letzten Jahren hatten wir die Situation, dass v.a. große Unternehmen jede Investition und sogar jede Ausgabe von Banken finanziert bekamen und das zu sehr niedrigen Zinsen - um die Werthaltigkeit oder Sinnhaftigkeit der Investitionen kümmerte man sich erst in zweiter Linie. So konnten z.B. neue Autofabriken gebaut werden obwohl es bereits Überkapazitäten gab oder Chipunternehmen ihre normale Forschung mit Krediten finanzieren (statt aus laufenden Einnhamen) in der Hoffnung, eine Erholung des Marktes würde schon irgendwann kommen.

Anmerkung: Die USA trifft die jetzige Krise wesentlich stärker, da sie die Politik des "billigen Geldes" auch auf Privatleute übertragen haben: Jeder konnte, auch vollständig auf Pump, z.B. ein Haus erwerben, ohne dass jemand gefragt hätte, was das eigentlich auf Dauer wert ist. In Deutschland war dagegen die Kreditvergabe für Privatleute und kleine Unternehmen schon immer sehr (zu?) restriktiv, was sich derzeit natürlich positiv auswirkt.